Neues Kinderbuch über Depressionen

"Es ist okay, traurig zu sein!" Wie man depressiven Kindern helfen kann

25. November 2021 - 16:20 Uhr

Kinder und Depressionen - Wie Eltern helfen können

Es sind alarmierende Nachrichten: Jedes siebte Kind zwischen zehn und 19 Jahren leidet an einer psychischen Krankheit. Das hat eine aktuelle UNICEF-Studie ergeben. Doch was können Eltern tun, deren Kinder zum Beispiel depressiv sind? Darüber hat RTL-Reporter Tobias Budde jetzt ein Kinderbuch geschrieben: "Es ist okay, traurig zu sein". Der 28-Jährige hat selbst Depressionen und will junge Menschen ermutigen, über ihre Gefühle zu reden.

Wir haben den Autor gefragt, was Depressionen so gefährlich macht und wie er hofft, dass sein Buch psychisch kranken Kindern helfen kann. Wie sein Buch bei den Kids ankommt und woran Eltern bei ihrem Kind eine Depression feststellen können, sehen Sie im Video.

"Es gibt kein Gefühl, für das man sich schämen muss!"

Tobias Budde musste sich vergangenes Jahr aus Beruf und Familie zurückziehen, weil er an Depressionen litt. Mehrere Wochen lang ging er zur Therapie; heute geht es ihm wieder besser. Dennoch hat er mit seinem Buch "Es ist okay, traurig zu sein" auch ein seine eigene Geschichte verarbeitet, wie der Autor im RTL-Interview erzählt.

"Das gefährliche an der Krankheit ist, dass sie so abstrakt ist, nicht greifbar und für viele auch nicht so nachvollziehbar ist", erklärt Budde. Mit dem Buch wolle er Kindern zeigen, über ihre Gefühle zu reden. Denn nur dann könne man ihnen helfen. "Es gibt kein Gefühl, für das man sich schämen muss", sagt er.

Reden, reden, reden!

Budde hat sein Buch zusammen mit einer Kinderpsychiaterin geschrieben, die ihm unter anderem erklärte, wie sich die Corona-Pandemie auf die Psyche der Kinder auswirkt – zum Beispiel, indem die Kinder nicht schlafen können, sich zurückziehen oder keinen Appetit mehr haben.

Ihm ist aber vor allem eine Message wichtig: "Nicht immer, wenn man traurig ist, ist man depressiv", betont Budde. Genauso wenig, wie man auch depressiv sein könne, wenn man nach außen den Eindruck vermittle, es ginge einem gut. Daher: "Kommunikation ist, insbesondere bei den Kleinen, das A und O", betont Budde. Das ganze Umfeld der Kinder müsse für Depressionen sensibilisiert werden – Eltern, Freunde, Oma, Opa, Lehrkräfte. "Alle müssen dem Kind zeigen: Ich nehme dich ernst, du kannst mit mir reden", empfiehlt der Kinderbuch-Autor.

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"Helfen kann und soll man jeden Tag."

Tobias Buddes Buch ist nicht kommerziell. "Alle Einnahmen gehen an Einrichtungen, die sich für Kinder einsetzen", erzählt der 28-Jährige, "an Kinderhospize oder lokale Kindernetzwerke zum Beispiel." Dafür wurde er jetzt sogar von der Matthias-Ginter-Stiftung ausgezeichnet. Die Stiftung, die 2018 von dem Nationalspieler Matthias Ginter und seiner Frau Christina ins Leben gerufen wurde, setzt sich unter anderem für geistig, körperlich und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein.

Für Budde ist der Preis Ehre, aber auch Ansporn zugleich: "Es motiviert mich, weiterzumachen", sagt er abschließend, "denn ein Buch ist schön und gut, aber helfen kann und soll man jeden Tag." (jsc/jbü)

Hier gibt es Hilfe bei Depressionen!

Depressionen gehören zu den verbreitetsten Krankheiten weltweit und werden doch häufig unterschätzt. Es ist aber wichtig, sie frühzeitig zu erkennen.

Wenn Sie selbst unter Depressionen leiden, können Ihnen diese Beratungsstellen helfen.

Wenn Sie suizidale Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.