Kita in Schönwalde geschlossen

Erzieherin wegen Körperverletzung verurteilt: Das sagt ihr Ehemann

9. November 2019 - 12:59 Uhr

Karsten N. äußert sich zu den Vorwürfen gegen seine Frau

Die Vorwürfe sind schwer: Die Leiterin einer Kita in Schönwalde (Brandenburg) soll in der Einrichtung Kinder misshandelt haben. Sie wurde sogar wegen Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Trotzdem arbeitete Martina N. danach noch weiter in der Einrichtung. Im RTL-Interview äußert sich ihr Ehemann Karsten N. zu den Vorwürfen gegen seine Frau – seine wichtigsten Aussagen zeigen wir im Video.

Eltern wussten nicht, dass Martina N. wegen Körperverletzung verurteilt war

Kitaleiter
Karsten N. ist Vorstand des Trägervereins und Hausmeister der Kita

Karsten N. ist Vorstand des Trägervereins der Kita und kümmerte sich als Hausmeister um die Einrichtung. Es sei richtig, dass seine Frau wegen mehrere Vorfälle in der Kita rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Damals sei dann auch festgelegt worden, dass seine Frau nicht mehr als Erzieherin arbeiten solle. Sie habe aber weder ein ein Berufs- noch ein Hausverbot gehabt, erklärt Karsten N.

Martina N. sei nach dem Urteil zuerst krankgeschrieben gewesen und dann in Frührente gegangen. Weil die Kita personell dünn besetzt war, sei sie dann aber als Küchenhilfe eingesprungen, sie habe aber keine pädagogischen Aufgaben übernommen, behauptet der Ehemann der Erzieherin. Seine Frau sei höchstens mal als Aufsicht eingesprungen, wenn eine der Erzieherinnen mal zur Toilette gegangen wäre. Gemeinde und Jugendamt seien informiert gewesen, dass Martina N. wieder in der Kita arbeitete, erzählt Karsten N.

Für die Eltern die ihre Kinder Tag für Tag der Kita in Schönwalde anvertrauten, war es ein Schock, als sie von Martina N.s Vorgeschichte erfuhren. Bis die Kita diese Woche geschlossen wurde, wussten sie nicht, dass sie nichts von der Verurteilung. "Es gab keinen Anlass, darüber zu reden", meint Karsten N.

„Meines Wissens ist hier keiner körperlich misshandelt worden“

Er hält die Vorwürfe außerdem für überzogen. "Meines Wissens ist hier keiner körperlich misshandelt worden", sagt er im Interview. Auch seine Frau sei damals fassungslos gewesen, dass überhaupt solche Vorwürfe erhoben worden seien. "Dass sie natürlich zeitweise gereizt und genervt war, wie es auch heute immer dargestellt wird, ist außer Frage", erklärt der Ehemann. Aber Martina N. sei speziell für die Betreuung behinderter Kinder ausgebildet. Und wenn ein schwerstbehindertes Kind gefüttert würde, sähe das vielleicht manchmal schlimmer aus, als es in Wirklichkeit sei. Seine Frau habe die Verurteilung aber schließlich akzeptiert, um ihre Ruhe zu haben.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen neuer Vorwürfe, die gegen die Frau vorliegen. Das bestätigte die Behörde auf RTL-Anfrage. "Es handelt sich um neue Vorwürfe, die nach der Verurteilung einer Kita-Mitarbeiterin durch das Amtsgericht Bernau, aufgekommen sind." Daraufhin wurde auch die Kita geschlossen.