Familie mit Kindern hilft

Bauern stinksauer - „Idioten“ stellen 85 Heuballen auf

Facebook/Neu-Haselbacher
© Facebook/Neu-Haselbacher

10. August 2020 - 20:07 Uhr

Von Anne Schneemelcher

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag etwa 85 Heuballen im Erzgebirge aufgestellt und damit die betroffenen Landwirte verärgert. Am Ende wurden die Bauern aber von ihren Mitmenschen positiv überrascht. Ob die Übeltäter vom Wochenende die Bauern auch noch mit einer sinnvollen Aktion überraschen können?

85 Heuballen im Erzgebirge aufgestellt

Das Hitze dumm machen kann haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag bewiesen, als sie ihre Kräfte mit Stroh messen wollten. Etwa 85 Heuballen haben die Unbekannten auf einem Feld im Erzgebirge von waagerecht auf senkrecht aufgestellt. Eine Person allein braucht dafür etwa 90 Minuten schätzt Linda Schindler-Steinert. Ihrem Schwiegervater gehören die Ballen samt Feld und er hat gerade wichtigere Dinge zu tun, als die Ballen wieder in die Waagerechte zu befördern. Es ist Erntezeit. Der Tag startet 5:30 Uhr und endet 22 Uhr. Für Scherze solcher Art ist da gerade keine Zeit.

Denkt beim nächsten Bier an die Landwirte, die euch ernähren

Dass Menschen so viel Langeweile zu scheinen haben, ist für die Betroffenen unfassbar. Sie schieben es aber nicht auf die Hitze, sondern auf das letzte Bier. Das muss eindeutig schlecht gewesen sein. "Solltet ihr irgendwann euren Rausch ausgeschlafen haben, könntet ihr auf dem Weg zum Badesee die Ballen wieder umlegen. Wir können sie so nicht verladen bzw. benötigen die doppelte Zeit und bei einem Gewitterguss werden sie alle absaufen!", schreiben sie auf Facebook. "Also vielleicht denkt ihr beim nächsten Bier Mal an die Landwirtschaft und wer euch ernährt."

Familie mit Kindern stellt Ballen wieder auf

Nachdem die Landwirte ihrem Ärger Luft auf Facebook gemacht haben, haben zahlreiche Menschen ihre Hilfe angeboten. Eine Familie mit vier Kindern hat sich sogar ins Auto gesetzt und ist zum 15 Kilometer entferntem Feld gefahren und hat gezeigt, wie man seine Kraft richtig einsetzt. Die Familie hat ein kleines Wunder vollbracht. Sie haben wieder für Ordnung auf dem Feld gesorgt und die Ballen trotz extremer Hitze wieder brav in ihrer ursprünglichen Position zurückgestellt. "Über das Engagement und die Hilfsbereitschaft waren wir absolut erstaunt. Wir haben uns sehr gefreut und es war uns auch ein wenig unangenehm. Die Hitze und dann stehen fremde Menschen für uns auf dem Feld und nehmen uns diesen Mehraufwand ab. Wir möchten uns hier auch nochmal deutlich bei dieser Familie bedanken. Dies war nicht selbstverständlich!", so Linda Schindler-Steinert.

An die Übeltäter: Sammelt doch lieber Müll!

Für die Übeltäter vom Wochenende hat Linda Schindler-Steinert auch eine Beschäftigungsidee, sollte den Heu-Fans mal wieder langweilig werden: "Eine tolle Aktion wäre es, wenn sie auf den Grünflächen entlang der B101 zwischen Mittelsaida und Forchheim Müll einsammeln. Dies ist nämlich auch so ein Thema, welches den Landwirten immer mehr schadet und vor allem die Tiere gefährdet."