„Hart aber fair“ zur Corona-Krise

Mediziner befürchtet „monatelange Quarantäne“

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit
© dpa, Daniel Bockwoldt

18. März 2020 - 9:14 Uhr

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit: „Wir reden über mehrere Monate Corona-Quarantäne“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon überzeugt, dass die Bundesrepublik einen langen Lockdown vor sich hat: "Wir reden über mehrere Monate Corona-Quarantäne, die wir jetzt durchstehen müssen."

+++Aktuelle Informationen zum Coronavirus erhalten Sie in unserem Live-Ticker.+++

Darüber wurde diskutiert

Leben in Zeiten von Corona, das ist gar nicht so einfach: Vertraute Routinen greifen nicht mehr, wir alle müssen das Leben, wie wir es kennen, für die nächste Zeit umkrempeln. Bei "Hart aber fair" reden die Studiogäste diesmal darüber, wie das am besten zu machen ist - und antworten auf die schriftlich und per Video gestellten Fragen der besorgten Zuschauer.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

  • Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister: "Wir müssen einfach helfen, egal ob das jetzt eine Milliarde mehr oder weniger kostet."
  • Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin: "Die Bundesregierung ist finanziell in einer hervorragenden Ausgangssituation." Aber auch: "Es wird noch schlimmer, bevor es dann wieder besser wird."
  • Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe: "Ich kenne die Kontaktpunkte und weiß, dass das Risiko für Schmierinfektionen sehr gering ist." In freier Wildbahn kann das Virus "nur wenige Minuten bis maximal wenige Stunden" überleben.
  • Frank Bräutigam, ARD-Rechtsexperte: "Auch wenn der Staat hart eingreifen darf, muss er immer verhältnismäßig bleiben."
  • Ulrike Scheuermann, Psychologin: "Wenn man sieht, dass die Regale leer sind, dann löst das etwas aus. Automatisch kommt im Gehirn an: Ich muss für mich sorgen. Und wenn so viel Angst da ist, ist sich erst mal jeder selbst der Nächste."

Das Fazit

Wie bereits in den vergangenen Wochen zeigt sich auch an diesem Montag: In echten Krisenzeiten können die Polit-Talkshows zeigen, was sie drauf haben - als Zuschauer fühlt man sich im Anschluss tatsächlich gut informiert. Anja Kohl: "Wir brauchen Runden wie diese, in denen Fragen gestellt werden dürfen."