Fettleber und Fettleberentzündung - eine Krankheit der Wohlstandsgesellschaft

Chefarzt Fritz von Weizsäcker bei Vortrag erstochen: Er war Experte für Leber-Erkrankungen

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20. November 2019 - 13:07 Uhr

Fritz von Weizsäcker bei Vortrag über Fettleber niedergestochen

Der Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde bei einem Messerangriff in der Schlosspark-Klinik in Berlin erstochen. Der 59-Jährige war dort Chefarzt für Innere Medizin. Er hielt am Abend einen Vortrag über Leber-Erkrankungen in einer Privatklinik in Charlottenburg. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen festnehmen. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar.

Der Angriff ereignete sich am Dienstagabend gegen 18:50 Uhr, als er seinen Vortrag zum Thema "Fettleber - (K)ein Grund zur Sorge" hielt. Rund 20 Menschen hörten dem Dozenten in einem Tagungsraum in der Abteilung für Psychiatrie zu.

Wann ist eine Fettleber noch harmlos und wann potenziell bedrohlich? Welche Krankheitsbilder oder möglichen gesundheitlichen Probleme werden damit in Zusammenhang gebracht? Kann eine Leberreinigung helfen – wird sie von ärztlicher Seite empfohlen? Antworten auf diese Fragen waren das Spezialgebiet von Fritz von Weizsäcker.

Was ist eine Fettleber eigentlich?

Bei einer Fettleber handelt es sich um eine häufig auftretende Erkrankung des inneren Organs. Bei einer gestörten Funktion der Leber kann es zu intensiven Beeinträchtigungen kommen. Eine Fettleber bildet sich durch die Einlagerung von Fetten. Neben einer genetischen Disposition kann das Entstehen der Fettleber auch durch externe Einflüsse – beispielsweise übermäßigen Alkoholkonsum – begünstigt werden. Deswegen wird die alkoholische von der nicht-alkoholischen Fettleber unterschieden. Die nicht-alkoholische Fettleber kann unbehandelt zu einer Fettleber-Entzündung führen.

In den meisten Fällen gestaltet sich das Krankheitsbild behandelbar. Allein in Deutschland sind über zehn Millionen Menschen betroffen.

Ob eine Fettleber vorliegt, kann beim Hausarzt oder in einer Klinik mithilfe einer Sonografie festgestellt werden. Zumeist fällt die Verfettung durch die Vergrößerung des Organs auf. Auch Blutuntersuchungen können aufschlussreich für die Diagnostik sein. Laborchemisch lässt sich allerdings kein fundierter Nachweis ermitteln.

So wird die Fettleber behandelt

Die Heilungsmethode für eine Fettleber hängt vom jeweiligen Fall ab. Da die Gründe für die Erkrankung unterschiedlicher Natur sein können, variieren auch die Maßnahmen. Ist die Krankheit durch einen ungesunden Speiseplan entstanden, werden ernährungstherapeutische Maßnahmen empfohlen. Hierdurch können die eingelagerten Fette wieder abgebaut werden.

Leberverfettungen, die auf toxischer Basis beruhen, können durch Kuren behoben werden. Hierzu zählt beispielsweise der Verzicht auf Alkohol, gewisse Medikamente und Drogen. Erblich bedingte Fettlebern können mittels medikamentöser Therapie reguliert werden. Lipidsenker sowie Antioxidantien kommen zum Einsatz.

Das sind die Ursachen für die Fettleber-Erkrankung

Es gibt viele Gründe, die zu einer Verfettung der Leber führen können. Durch den regelmäßigen und übermäßigen Konsum von fetthaltigen Speisen, aber auch durch die Einnahme von Medikamenten, Drogen und anderen Toxinen kann die Erkrankung gefördert werden. Des Weiteren können Schwangerschaften, Diabetes, Proteinmangel und Operationen, die den Fettstoffwechsel stören, Auslöser für die Erkrankung sein. Aber auch eine Überernährung kann eine Fettleber verursachen. Deswegen können Menschen, die unter Magersucht leiden, ebenfalls betroffen sein.