Erster VW ID.3 ausgeliefert

Wird DAS der Golf des Elektro-Zeitalters?

12. September 2020 - 11:28 Uhr

Der Golf des Elektro-Zeitalters

Er soll der Golf des Elektro-Zeitalters werden: der Volkswagens ID.3. Der erste Kunde hat in Dresden seinen Wagen am Werk in Empfang nehmen können. Aber wird das E-Auto tatsächlich massentauglich?

Erster Kunde ist Christian Stadler

Die Freude bei Christian Stadler aus Passau ist groß. Er ist Kunde Nummer eins und hat in Dresden den ersten ID.3 von Volkswagen übernommen. Das Besondere im Gegensatz zu anderen E-Autos im Volkswagen-Konzern: Er ist eine völlige Neuentwicklung und basiert nicht mehr auf Verbrenner-Modellen. "So am Tag sind es 50 Kilometer hin und zurück zur Arbeit. Ich stecke ihn in der Nacht an und in der Früh fahre ich mit einem vorgewärmten Auto und am Abend stecke ich ihn wieder an."

ID.3 soll E-Mobilität in den Alltag bringen

Auch in Wolfsburg, wo schon einige der Wagen auf der Straße gesichtet wurden, begann die Auslieferung. Am Montag folgt der europäische Marktstart. Bisher sind laut VW mehr als 25.000 Stück abgesetzt. Der ID.3 soll E-Mobilität in den Alltag bringen. Er ist verglichen mit bisherigen Mittelklasse-E-Autos in der Basisausstattung relativ günstig und soll längere Strecken schaffen. Experten sehen den ID.3 aber nicht ganz vorn, zumindest noch nicht. "Bei der Verarbeitung und bei der Software gibt es noch deutlichen Nachholbedarf", sagt Alex Bloch von Vox Auto mobil. Das sei noch nicht das, was man von VW und in dieser Klasse erwartet. Schaue man sich Tesla an, hätten die auch Verarbeitungsprobleme, aber ihre Software hätten sie im Griff, so der Experte.

ID.3 mit Schwächen in Tests

Zumal ID3-Kunden für ein Software-Update noch in die Werkstatt müssen, Tesla-Autos bekommen die per Funk über Nacht. Eine direkte Konkurrenz sieht VW hier aber nicht. "Wir gehen ins Volumen und er mehr ins Premium", erklärt Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing ID.3. Wobei Tesla gerade nicht mit Premium glänzt. Ein Kunde des aktuell ausgelieferten Modells Y entdeckte – hinter der Verkleidung – Spanngurt und Holzleisten, mutmaßlich aus dem Baumarkt, um einen Kondensator in Position zu halten. Doch egal, was drin ist: Hauptsache es funktioniert, hält und bringt einen ans Ziel, wie hoffentlich noch lange Jahre der ID.3 Christian Stadler.