Kinderschänder aus Norderstedt vor Gericht

Erster Prozess im Missbrauchsfall Münster

Erster Prozess im Missbrauchsfall Münster
Erster Prozess im Missbrauchsfall Münster
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve cul

03. November 2020 - 10:12 Uhr

Er hat einen neunjährigen Jungen schwer sexuell missbraucht

Lügde, Bergisch Gladbach, Münster. Diese Orte stehen stellvertretend für unsägliches Leid, das ungezählten Kinder angetan wurde. Es geht um Vergewaltigungen, Kinderpornografie, um ekelhafte Verbrechen. Im Missbrauchsfall Münster startet jetzt das erste Verfahren gegen einen Mann aus Norderstedt. Der Angeklagte aus Schleswig-Holstein hat bereits zugegeben, dass er im August 2019 einen damals neunjährigen Jungen aus Münster schwer sexuell missbraucht hat.

Opfer war der Ziehsohn des Hauptangeklagten

Bei dem Kind handelt es sich um den Ziehsohn des Hauptbeschuldigen Adrian V. in dem Gesamtkomplex. Der gesondert angeklagte 27-Jährige soll den Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin wiederholt anderen Männern für sexualisierte Gewaltverbrechen zur Verfügung gestellt und auch immer wieder selbst vergewaltigt haben.

Im Fall des 53-Jährigen, der nun auf der Anklagebank sitzt, soll die Münsteraner Wohnung der Mutter des Hauptbeschuldigten der Tatort gewesen sein. Sie soll bei dem Verbrechen nicht vor Ort gewesen sein.

Der Angeklagte hat laut Staatsanwaltschaft die Vorwürfe eingeräumt und in seiner Aussage auch Angaben zu weiteren Beschuldigten des Gesamtkomplexes gemacht.

Dem Gericht liegen Anträge vor, die Öffentlichkeit aus Gründen des Opferschutzes für die Verlesung der Anklage und weitere Teile des Prozesses auszuschließen.

Darum geht es in dem Prozess ab 12. November

dpatopbilder - 06.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Münster: Bei den Ermittlungen nach schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern steht ein Polizeibeamter vor der Gartenlaube, wo der vermutliche Haupttäter Teile seiner Server-Anlage unterbrachte. Die Ermi
Symbol eines schweren Verbrechens: Polizeibeamter vor der Gartenlaube, wo der vermutliche Haupttäter Teile seiner Server-Anlage unterbrachte.
© dpa, Guido Kirchner, gki fdt

Die Anfang Juni bekanntgewordenen Ermittlungen ausgehend von Fällen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in einer Gartenlaube in Münster brachten eine ganze Reihe von Beschuldigten in mehreren Bundesländern ans Licht - und mehrere mutmaßliche Opfer, zum Teil die eigenen Kinder der Tatverdächtigen.

Dreh- und Angelpunkt für die Ermittler ist Adrian V. aus Münster. Der IT-Techniker soll den ihm anvertrauten Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin immer wieder schwer sexuell missbraucht und ihn anderen Männern zur Verfügung gestellt haben.

Ab dem 12. November sitzt er deswegen mit drei weiteren Männern aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg sowie seiner wegen Beihilfe beschuldigten Mutter auf der Anklagebank.

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