Erster Klosterneubau der Zisterzienser seit Mittelalter

Blick auf den Barocken Klostergarten in Neuzelle. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild
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14. Januar 2021 - 19:04 Uhr

In Brandenburg kann der erste Klosterneubau der Zisterzienser seit dem Mittelalter entstehen. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages hat am Donnerstag dem Verkauf des ehemaligen Forsthauses Treppeln an das Priorat Neuzelle zum Zweck eines Klosterbaus zugestimmt. Zuvor hatte die Stiftung des Barockklosters Neuzelle beschlossen, die Liegenschaft des ehemaligen Forsthauses mit knapp 75 Hektar umliegendem Wald für insgesamt 219.200 Euro an das Priorat Neuzelle zu verkaufen. Kulturministerin Manja Schüle (SPD) sagte zu der Entscheidung, sie sei historisch, denn es sei die erste Klosterneugründung der Zisterzienser in Brandenburg seit dem Mittelalter.

Sechs Mönche waren im August 2017 aus Österreich nach Neuzelle gezogen, um die dortige frühere Klosteranlage neu zu besiedeln. Ein Jahr später wurde dort ein Tochterkloster, Priorat genannt, gegründet. Nun war es den Mönchen nach Aussage von Stiftungs-Geschäftsführer Norbert Kannowsky zu unruhig geworden, denn das historische Kloster habe sich zu einem Touristenort gewandelt. Die Mönche hätten keinen Rückzugsort mehr und einen "Ort der Stille" gesucht. Das Priorat hat nun fünf Jahre Zeit, den Klosterbau zu planen.

Neuzelle sei eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen in Europa und das nördlichste Zeugnis des böhmischen Barocks, sagte Schüle. Was ihr besonders wichtig sei: Es gebe eine breite Unterstützung für dieses Projekt.

Das Forsthaus etwa 14 Kilometer von der alten bestehenden Klosteranlage entfernt gehört zu den Ländereien des 1817 aufgelösten Klosters Neuzelle und der heutigen Stiftung Neuzelle. Das Gelände wurde seit etwa 15 Jahren nicht mehr genutzt. Zu DDR-Zeiten war es eine Militärliegenschaft, später hatte das Ministerium für Staatssicherheit dort ein Ferienhaus für Mitarbeiter. Nach der Wende gab es im Haupthaus noch einige Jahre Gastronomie.

Die Klosteranlage in Neuzelle wurde 1268 von Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen, gegründet. Im Jahr 1817 wurde das Kloster säkularisiert und der Klosterbesitz in Staatsbesitz überführt.

Quelle: DPA