Erster Guantánamo-Zivilprozess: Freispruch in meisten Punkten

12. Februar 2016 - 13:24 Uhr

Rückschlag für die Guantánamo-Politik von US-Präsident Barack Obama: Im ersten Prozess gegen einen Häftling des Gefangenenlagers auf Kuba vor einem US-Zivilgericht ist der Angeklagte mit einer einzigen Ausnahme in allen Punkten freigesprochen worden. Eine Jury befand Ahmed Khalfan Ghailani nach fünftägiger Beratung lediglich für schuldig, an einer Verschwörung zur Zerstörung von US-Eigentum beteiligt gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm im Zusammenhang mit Anschlägen auf die US-Botschaften 1998 in Tansania und Kenia 285 Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter mehr als 270 für Mord und versuchten Mord. Bei dem Anschlag waren 224 Menschen ums Leben gekommen. Der aus Tansania stammende Ghailani kann nach dem Spruch der Geschworenen immer noch zu lebenslanger Haft verurteilt werden, laut Justizministerium aber mindestens zu 20 Jahren.