Fernreisen mit Corona?

Erste Karibikurlaube versus Teil-Lockdown in Deutschland

Kuba ist eine sehr  grüne Insel.
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06. November 2020 - 20:39 Uhr

Kuba für Touristen wieder bereisbar

Kuba öffnet sich als erste Karibikinsel wieder für Touristen, während die Bundesrepublik gerade einen zweiten, weniger strikten Lockdown eingeläutet hat und von Reisen abrät. Wir haben mit den ersten Kuba-Urlaubern über ihre Entscheidung gesprochen, über die Einschränkungen, die eine Reise zu Coronazeiten mit sich bringt und sind selbst mitgeflogen, um uns vor Ort ein Bild zu machen, wie sich das Land auf die ersten Touristen und das damit verbundene Risiko vorbereitet.

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Erste Maschine nach Varadero mit Condor

Drei Männer spielen Musik am Gate
Bereits am Gate bekommen die Gäste einen kleinen Vorgeschmack auf die kubanische Kultur
© RTL

Ende Oktober ist die erste Maschine vom Frankfurter Flughafen aus wieder nach Kuba gestartet. Ab sofort fliegt die Airline Condor zwei Mal wöchentlich, von Düsseldorf oder Frankfurt. Bislang wird jedoch nur das Ferienziel Varadero angeflogen. Um kein Risiko einzugehen und keine Dritten zu gefährden, unterziehen wir uns noch vor Abflug einem Antigen-Schnelltest, der seit kurzem am Flughafen von Frankfurt angeboten wird und bereits nach 20 Minuten ausgewertet ist.

Am Gate, wo alle Reisenden bereits mit kubanischer Livemusik eingestimmt werden, treffen wir die ersten Urlauberpärchen.

Urlaub in der Heimat nicht möglich, dann raus aus Deutschland

Mann und Frau an Gate auf Sitzplätzen
Matthias und Anja Rothe am Gate, während sie auf ihren Flug nach Varadero warten
© RTL

Im Gespräch mit den Urlaubern wollen wir wissen, ob es Ihnen schwer gefallen ist, angesichts der Infektionslage in Deutschland nun eine solche Reise anzutreten. Die Antwort kommt prompt und geradeheraus: "Überhaupt nicht. Wir haben jetzt drei Wochen Urlaub und wenn man dann Anfang November nur zuhause sitzen und nichts machen kann, dann bleibt eigentlich keine Alternative als einfach in die Wärme zu fahren", sagt Matthias Rothe aus Erdeborn. Er und seine Frau Anja wollten ursprünglich Urlaub in Deutschland machen. Weil sie das zurzeit nicht dürfen, haben sie spontan einen Tag vor Abreise Flug und Hotel gebucht.

Unbesorgt geht es los

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Vor einer Fernreise sollte man sich daruf einstellen, mehrere Stunden eine Maske zu tragen.
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Auch für Tanja und Thomas Teerhöfer aus Castrop-Rauxel kann der Zwiespalt die Vorfreude auf ihre zwei Wochen Strandurlaub nicht überschatten. Ebenso wenig trüben Einschränkungen, wie die Maskenpflicht, und dass man sich nicht ganz frei bewegen kann, ihre Stimmung. "Es wird ein reiner Strandurlaub, so wie wir es gestalten", sagt Thomas. Sorgen, das Virus womöglich nach Kuba einzuschleppen, haben die beiden nicht: "So wie wir es mitbekommen haben, wird ja auch ein Coronatest nach dem Flug gemacht. Wir wollen hoffen, dass wir nicht positiv sind. Wir haben keine Anzeichen", erklärt Thomas.

Manche nicht ganz von Zweifeln befreit

Mann und Frau mit Maske am Gate
Katrin und Frank waren bereits schon mal auf Kuba
© RTL

Katrin Vetter und Frank Büchling aus der Nähe von Dresden freuen sich ebenso sehr auf ihre anstehende Reise. Für sie ist es wegen Corona bereits ein Jahr her, dass sie im Urlaub waren. Während Frank keine Sekunde zögern musste, fiel Katrin die Entscheidung schwerer: "Ich war hin und hergerissen, ob wir jetzt fliegen sollen oder nicht. Aber wir sind einfach total happy, dass wir jetzt mal aus Deutschland rauskommen." In einem sind sich unsere Urlauber jedenfalls einig: Sie freuen sich auf Sommer, Sonne, Strand und Meer. Vor allem aber darauf sich zu entspannen, zu erholen und den Kopf einmal frei von steigenden Infektionszahlen, Risikogebieten und Lockdowns zu bekommen.

Maske tragen für mehr als 14 Stunden

Was vor einer Fernreise ebenfalls abschreckt, sind nicht nur Infektionsrisiko oder Quarantäne, sondern auch das stundenlange Tragen einer Mund-Nasebedeckung. "Ist auf jeden Fall eine Umstellung, aber es wird gehen", sagt Katrin am Gate. "Es muss gehen", ergänzt Frank die Aussage seiner Freundin. Während des Flugs wird Katrin sagen: "Ich merk's schon an meinen Ohren, dass ich die Maske so lange aufhabe, aber wir haben es uns so ausgesucht". Das scheint wohl jeder anders wahrzunehmen: "Stört nicht", sind Tanjas Worte, während ihr Mann Thomas einräumt: "Man schwitzt halt drunter, aber deswegen nicht zu fliegen, ist keine Option". Auch hier sind sich unsere Urlauber einig: "Ist gewöhnungsbedürftig, aber der Urlaub ist uns wichtiger", wie Matthias nach knappen sieben Stunden mit Maske sagt.

Landung nach mehr als 10 Stunden

Nach zehn Stunden und zehn Minuten Flugzeit erreichen wir um kurz nach fünf Uhr nachmittags den Flughafen von Varadero. Es ist bereits ein langer Tag, denn die Uhren in Deutschland sind denen in Kuba sechs Stunden voraus.