Erste-Hilfe-Kenntnisse: Autofahrer nach Unfällen zu oft ratlos

19. März 2013 - 19:34 Uhr

Was tun, wenn jede Sekunde zählt?

Bei Verkehrsunfällen stirbt über die Hälfte der Opfer innerhalb der ersten Minuten nach dem Unglück. Es könnten deutlich weniger sein, wenn Autofahrer ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse jede fünf Jahre auffrischen würden. Zu diesem Ergebnis kommen der ADAC und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nach einer EURO-Test-Umfrage mit 200 deutschen Autofahrern. Nur jeder Dritte kann demnach wirklich helfen.

Erste Hilfe, Test, ADAC
ADAC und DRK raten allen Autofahrern, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen.
© obs, Johanniter/ Bert Löwenherz

Überzeugt davon, im Ernstfall zur Stelle zu sein, sind die meisten deutschen Autofahrer. Doch die Realität sieht leider anders aus. Den Verletzten in die stabile Seitenlage zu bringen und bei Atemstillstand wiederzubeleben - nur 33 Prozent der befragten Autofahrer kennen die erforderlichen Erstmaßnahmen am Unfallort. Laut ADAC ist das kein Wunder. Schließlich liegt bei vielen Autofahrern der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück.

Deshalb appellieren ADAC und DRK an die Autofahrer, den Kurs regelmäßig zu wiederholen. "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass im Ernstfall jeder von uns auf erste, lebensrettende Maßnahmen von anderen Verkehrsteilnehmern angewiesen sein kann", sagt ADAC-Präsident Peter Meyer. "Erste-Hilfe-Kenntnisse sind eine Selbstverständlichkeit, die nicht nur die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrücken, sondern auch die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls mindern können." Die Politik müsse für mehr Aufklärung sorgen.

"Ein Anpacker, statt ein Hilfloser"

"Das Gelernte ist in wenigen Jahren vergessen und man steht im Notfall hilflos da", so DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. Eine Auffrischung gehe schnell und günstig, und sie mache sogar Spaß: "Es gibt das gute Gefühl, beim nächsten Notfall ein Anpacker, statt ein Hilfloser sein zu können."

Immerhin schnitten die deutschen Umfrage-Teilnehmer im europäischen Vergleich noch am besten ab. Unsicher waren die Befragten aus 14 Ländern vor allem bei komplexen Maßnahmen wie etwa der Herz-Lungen-Wiederbelebung. 71 Prozent wussten nicht, wie man den Zustand eines Verletzten korrekt kontrolliert. Knapp die Hälfte hätte vergessen, die Atmung zu checken.