Erste Frau als kroatische Staatspräsidentin vereidigt

So freute sich Kolinda Grabar-Kitarovic nach ihrem Wahlsieg im Januar.
So freute sich Kolinda Grabar-Kitarovic nach ihrem Wahlsieg im Januar.
© dpa, Antonio Bat

16. Februar 2015 - 13:07 Uhr

Große Begeisterung für Kolinda Grabar-Kitarovic

Als erste Frau in der Geschichte ist Kolinda Grabar-Kitarovic als kroatische Staatspräsidentin in Zagreb vereidigt worden. Die 46-jährige Politikerin der konservativen Oppositionspartei HDZ legte ihren Amtseid in der historischen Altstadt vor den Verfassungsrichtern des Landes ab.

Tausende begeisterter Bürger säumten ihren Fußweg von der Innenstadt bis vor die Hl. Markus-Kirche. Aus dem ganzen Land waren Abordnungen in historischen Kostümen erschienen.

In ihrer ersten Rede erinnerte sie mehrmals an den Staatsgründer und ersten frei gewählten Präsidenten Franjo Tudjman, der wegen seiner nationalistischen Politik heute von großen Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen wird. Obwohl dem Staatsoberhaupt vornehmlich repräsentative Aufgaben zukommen, bezeichnete Grabar-Kitarovic den Kampf gegen die Überalterung der Gesellschaft und die Auswanderung der Jungen und die Überwindung der Wirtschaftskrise als Hauptaufgaben ihres Mandats.

Als besonderes Anliegen bezeichnete sie, die Rechte der kroatischen Minderheit im benachbarten Bosnien-Herzegowina zu schützen. Neben den Staatspräsidenten der Nachbarländer war auch der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic zur Vereidigung angereist. Die Beziehungen zwischen den Kriegsgegnern der 90er Jahre sind gespannt.