2018 M07 6 - 21:59 Uhr

Zusammenführung der beiden Kulturen geplant

In Gifhorn (Niedersachsen) soll am 1. August die bundesweit erste christlich-muslimische Kita eröffnen, teilte der Vorsitzende des Trägerkomitees, Martin Wrasmann, der Katholischen Nachrichten-Agentur mit. Die geplante Gruppe für Ein- bis Sechsjährige sei mit 18 Anmeldungen bereits voll belegt, darunter Christen, Muslime und Konfessionslose. Sechs weitere Kinder stünden bereits auf der Warteliste.

Verbindende Elemente beider Religionen stehen auf dem Tagesprogramm

Im Tagesprogramm der Kita sollen verbindende Elemente der beiden Religionen integriert werden, religiöse Feste würden dabei eine untergeordnete Rolle spielen. "Aber wir können gemeinsam darüber reden, welche Bedeutung die Feste haben", so der Vorsitzende des Trägerkomitees. Dabei soll die Kita keine "keine Bibel-Koran-Schule" werden, sondern "ein Ort der Achtsamkeit", der zur Begegnung der beiden Kulturen beiträgt.

Das Essen in der Kita ist auf den Islam abgestimmt und soll halal-zertifiziert sein. Auch die Elternarbeit soll in der Kita großgeschrieben werden, um auch unter Erwachsenen den Austausch zwischen beiden Religionen zu fördern. Bewährt sich das Modell, werden schon im nächsten Jahr weitere Gruppen geplant.

Kita soll "Abrahams Kinder" heißen

Der Name der Kita "Abrahams Kinder" wurde gewählt, da Abraham sowohl im neuen, als auch im alten Testament als zentrale Figur der jüdischen Tora vorkommt. Gleichzeitig gilt Abraham als Stammvater der Araber. Daher werden Judentum, Christentum und der Islam auch als die drei abrahamitischen (Welt-)Religionen bezeichnet. Hauptbetreiber der Kita sind die katholische Kirchengemeinde Sankt Altfrid, die evangelische Dachstiftung Diakonie sowie die deutsch-türkische Moscheegemeinde Ditib.