Erste Auszählung: Griechen lehnen Reformkurs ab

Zehn Prozent der Zettel sind ausgezählt

Die Griechen haben beim Referendum über die Sparpolitik nach ersten Ergebnissen die Forderungen der Geldgeber mehrheitlich abgelehnt.

Alexis Tsipras bei der Wahl
Alexis Tsipras hatte die Griechen dazu aufgerufen, mit 'Nein' zu stimmen.
REUTERS, CHRISTIAN HARTMANN

Wie das Athener Innenministerium mitteilte, stimmten gut 60 Prozent mit 'Nein' und knapp 40 Prozent der Wähler mit 'Ja'.

Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse brach im 'Nein'-Lager Jubel aus. Nach TV-Berichten strömten Hunderte Anhänger der Ablehnung des Sparprogramms in Athen auf den Platz vor dem Parlament und feierten.

Neue Verhandlungen angekündigt

Die griechische Regierung hat unmittelbar nach dem Referendum über die umstrittenen Sparvorgaben neue Verhandlungen mit den Geldgebern angekündigt.

Noch am Abend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis. "Das Mandat (des Volkes) ist klar. Ein neuer Versuch beginnt (seitens Athens) für eine für beide Seiten günstige Einigung, als gleiche Partner und nicht als eine Schuldenkolonie", sagte Sakellaridis.

Regierungschef Alexis Tsipras werde sich "sehr schnell bewegen um den Auftrag des Volkes in die Tat umzusetzen. Ab heute starten wir Verhandlungen", hieß es.

Aufseiten der Euro-Partner zeigt sich keine Bereitschaft zu schnellen Gesprächen ab. Bundeskanzlerin Merkel wird am Montag in Paris den französischen Präsidenten Hollande treffen, um über die Konsequenzen aus dem griechischem Referendum zu beraten. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sieht nach dem Referendum schlechte Chancen für weitere Hilfspakete. "Für uns galt immer die Devise und gilt immer noch: Hilfen gegen Reformen" sagte er dem ZDF. "Wenn diese Reformen nicht geliefert werden von der griechischen Regierung und wenn die griechische Regierung jetzt die Rückendeckung ihres Volkes dazu hat, dann wird es tatsächlich schwierig, weitere Hilfspakete auf den Weg zu bringen."