Erstaufnahme in Suhl: Fast täglich Flüchtlinge vor dem Tor

Blick auf das Eingangstor der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Thüringen. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Blick auf das Eingangstor der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Thüringen. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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30. November 2021 - 6:51 Uhr

Suhl (dpa/th) - In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl müssen regelmäßig Menschen aufgenommen werden, deren Ankunft zuvor nicht angekündigt wurde. Nahezu täglich stünden bislang nicht registrierte Flüchtlinge vor dem Tor, sagte ein Sprecher des Thüringer Landesverwaltungsamtes der Deutschen Presse-Agentur. Deren Zahl schwanke von Tag zu Tag teilweise deutlich. "Manchmal sind es 30 Menschen, manchmal auch nur drei." Die Anlage wird vom Landesverwaltungsamt im Auftrag des Landes betrieben.

Nach Angaben des Sprechers geben manche, die bereits in der Einrichtung untergebracht sind, Freunden und Bekannten den Hinweis, sich direkt dort zu melden. "Zum anderen liegt der Verdacht nahe, dass Schleuser die Menschen gezielt in die Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung bringen." Unter anderem die Bundespolizei habe Erkenntnisse gewonnen, die darauf hindeuteten.

Wie alle anderen müssen auch die unangekündigten Flüchtlinge zunächst in eine Corona-Quarantäne und stellen ihren Asylantrag in der Einrichtung. Auch wenn die Direktankünfte eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter des Heims seien, hätten sie in den vergangenen Monaten auf einem Niveau gelegen, das beherrschbar gewesen sei, sagte der Sprecher des Landesverwaltungsamtes.

Über die Zustände in der Erstaufnahmeeinrichtung Suhl gibt es seit Jahren Diskussionen. Zuletzt hatte der Suhler Oberbürgermeister André Knapp (CDU) gefordert, dass zuletzt getroffene Sicherheitsmaßnahmen dauerhaft bestehen bleiben. Inzwischen sind Polizisten rund um die Uhr an der Erstaufnahmeeinrichtung stationiert.

Unter anderem der Flüchtlingsrat Thüringen kritisiert dagegen regelmäßig, die Zustände im Innern der Anlage seien nicht hinnehmbar. Allzu oft gehe es dort sehr beengt zu. Zudem träten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes unnötig aggressiv auf.

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Quelle: DPA