Warum "Pay as You check in" gerade zu Corona-Zeiten praktisch wäre

Erst zahlen, wenn der Flug wirklich stattfindet! Reiseverband fordert neues Modell für Buchungen

Der Geschäftsreiseverband fordert: Fluggäste sollten kurz vorm Abflug zahlen dürfen.
© Imago Entertainment, Cavan Images

14. Juli 2020 - 12:57 Uhr

Mit „Pay as You check in“ weniger Ärger bei Reisestornierungen

Urlauber weltweit kennen es bisher nicht anders: Sie buchen ihre Reise auf Kreditbasis. Heißt: Kunden bezahlen einen Flug, den sie hoffen, in naher oder gar entfernter Zukunft antreten zu können. Wenn dann etwas schiefgeht – wie aktuell in der Corona-Krise, wo massenweise Flüge annulliert werden – wird es für den Kunden zur müßigen Aufgabe, das Geld wieder zurückzuerhalten. Der Geschäftsreiseverband VDR fordert deshalb ein neues Modell für Urlaubsbuchungen, das sogenannte "Pay as You check in". Dabei zahlen Urlauber erst, wenn ihr Flug wirklich stattfindet.

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Die Vorteile von „Pay as You check in"

Wir kennen es nicht anders und nehmen es deshalb hin: Wir zahlen unseren Flugschein in dem Moment, in dem wir ihn kaufen. Eine Garantie dafür, dass die bezahlte Leistung auch tatsächlich in Anspruch genommen werden kann, gibt es dabei aber nicht. Und wenn dann etwas schiefgeht? "Dann müssen Sie gucken, wie Sie ihr Geld zurückbekommen", sagt VDR-Präsident Christoph Carnier im Interview mit RTL. Und dabei kämen auf Kunden häufig lästige Rückerstattungsanfragen mit langen Wartezeiten oder Gutscheinlösungen zu.

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Damit dieser Prozess nicht länger an den Fluggästen hängen bleibt, fordert der Präsident des Geschäftsreiseverbandes eine kundenfreundlichere Lösung bei Reisebuchungen, die nach dem "Pay as You check in"-Prinzip funktioniert. "Ich buche zwar heute, der Zahlungsfluss wird aber erst dann stattfinden, wenn der Flug auch wirklich stattfindet, also an dem Tag an dem ich auch einchecke", erklärt Carnier. Auch dabei gehe der Kunde natürlich eine Zahlungsverpflichtung gegenüber der Airline ein, jedoch erst unmittelbar vor dem tatsächlichen Erhalt der Leistung.

„Pay as You check in“ in der Corona-Krise: Ist das realistisch?

Doch ist es realistisch, dass die kränkelnde Reisebrache inmitten der Pandemie eine so grundlegende Änderung vornehmen kann? Christoph Carnier schlägt eine schrittweise Einführung des neuen Zahlungsmodells vor, bei der "Pay as You check in" zunächst als zusätzliche Tarifoption bei Buchungen eingeführt werden könnte. Der Kunde könne dann entscheiden, ob er bereit ist, das Risiko einer Stornierung zu tragen oder ob er erst kurz vor Inanspruchnahme der Flugleistung zahlen wolle – dann etwa gegen einen Aufpreis.

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