Erschütterndes Video aus Damaskus: Retter ziehen schreiendes Mädchen nach Luftangriff aus Trümmern

23. Februar 2017 - 13:57 Uhr

Aya liegt da wie einbetoniert

Es ist eine Szene, die uns das Elend des Krieges in Syrien unmittelbar vor Augen führt: Ein kleines Mädchen ist nach einem Luftangriff in Damaskus unter den Trümmern eines Hauses begraben. Seine Schreie sind deutlich zu hören, mit bloßen Händen räumen die Männer den Schutt zur Seite. Die Hilfsorganisation Syrische Weißhelme hat den Einsatz gefilmt und jetzt ein Video der dramatischen Rettungsaktion veröffentlicht.

Aya ist weiß wie der Schutt, der auf ihr liegt

Der Staub nacht dem Luftangriff liegt noch in der Luft, als eine Frau die Männer durch das Treppenhaus eines teilweise zerstörten Hauses führt. "Finden Sie sie, sie heißt Aya", ruft sie mit zitternder Stimme. Als die Männer durch eine Tür treten, bietet sich ihnen ein Trümmerfeld. Wo einst ein Haus stand, liegen jetzt weiße Betonbrocken und Metallstreben. "Aya", rufen die beiden Männer.

Sie fangen an zu graben. Unter den Trümmern schreit Aya. "Schneller, schneller", hört man die Männer rufen. Mit bloßen Händen räumen sie den Schutt weg. Kurz darauf wird das Weinen lauter. Hektisch ziehen die Helfer die Überreste eines Teppichs hoch. Dann taucht das Gesicht des Mädchens auf. Es ist weiß wie der Schutt, der auf ihm liegt. Behutsam entfernt einer der Männer Steine und Staub aus dem Mund, damit das Kind Luft bekommt.

Aya liegt da wie einbetoniert. Ihr halber Körper ist vom Schutt begraben. Als sie anfängt zu weinen, rufen die Männer "Gott ist groß" - Aya lebt. Behutsam räumen sie die Trümmer weg. Schließlich können die Männer das kleine Mädchen aus dem Geröll ziehen. Wie es Aya geht, ist unklar.

Für ihre Arbeit haben die Syrischen Weißhelme 2015 den Alternativen Nobelpreis erhalten.