Frank Köster erzählt aus seinem Leben mit Demenz

Erschütternde Diagnose: Alzheimer mit 59 Jahren

23. September 2020 - 9:10 Uhr

Alzheimer: Eine Diagnose, die alles verändert

Frank ist einer von 1,1 Millionen Menschen in Deutschland mit der tückischen Krankheit Alzheimer. Auf den ersten Blick geht sein Leben seit der Diagnose unverändert weiter, doch das Vergessen ist sein ständiger Begleiter. Wir haben ihn zum Welt-Alzheimertag besucht.

Wie er versucht, sein Leben – so lange es noch geht - normal weiterzuführen und wie seine Frau den Schock der Diagnose verkraftet hat, sehen Sie im Video.

Was passiert bei Alzheimer-Patienten im Körper?

Noch kommt Frank gut zurecht. Die Krankheit ist in einem frühen Stadium. Er hat mal gute, mal schlechte Tage. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto mehr schlechte Tage wird es geben. Denn in seinem Körper lagern sich immer mehr Eiweißproteine in und an den Nervenzellen ab. Die Folge: Impulse können nicht verarbeitet oder weitergeleitet werden, gesunde Nervenzellen sterben ab, das Gehirn schrumpft. 

Tagespflaster sollen helfen

Gegen Alzheimer gibt es bis heute kein Heilmittel. Ein sogenanntes Tagespflaster könnte den Verlauf aber zumindest verlangsamen. Es soll die Eiweißablagerungen außerhalb der Nervenzelle verzögern. Eine klinische Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) testet den neuen Therapieansatz jetzt. Bei einer frühen Krankheitserkennung könnte der Verlauf sogar gestoppt werden.

Auf dem Fahrrad gegen das Vergessen anradeln

Frank Köster versucht sich trotz der Krankheit fit zu halten, unter anderem mit Fahrradfahren. Eberhard Maskus von dem Verein "Leben mit Demenz e.V." bietet ehrenamtlich Radtouren für Menschen mit Frühdemenz an - solange die Sicherheit der erkrankten Person gewährleistet ist. "Freiwillig habe ich jetzt noch keinen erlebt, der sagt ich will das jetzt nicht mehr. Die klammern sich immer da dran - ich will da aber mitfahren - und übersehen natürlich dabei ihren eigenen Zustand, wie er sich langsam aber sicher verschlechtert", erzählt Eberhard Maskus.

Frank Köster kann noch gut mitfahren. Für ihn steht fest: Er genießt seine Zeit – trotz Alzheimer.