Erschreckende Details nach Live-Vergewaltigung auf Facebook: "Haha, du wurdest vergewaltigt!"

30. Januar 2017 - 11:11 Uhr

Haftbefehl gegen drei Männer erlassen

Die Gruppen-Vergewaltigung einer 30-Jährigen, die jeder live auf Facebook mitansehen konnte, schockt derzeit Schweden. Zum ersten Mal spricht jetzt die Zeugin, die die Tat der Polizei gemeldet hat. Es kommen auch immer mehr abstoßende Details ans Licht - und Fotos der mutmaßlichen Täter, die sich für ihr Verbrechen zu feiern scheinen.

Die mutmaßlichen Sexualstraftäter filmten ihre Tat, auch den Moment, als ihr Opfer - offenbar noch benommen von Alkohol und K.o.-Tropfen mit einer Freundin telefoniert und erfährt, dass es offenbar kurz zuvor vergewaltigt worden ist. "Ich war besorgt, weil du so da lagst. Hast du gesagt, dass er Sex mit dir haben darf, während du schläfst?", ist die Freundin in dem Ausschnitt zu hören. Das mutmaßliche Opfer antwortet mit einem klaren "Nein". Einer der Männer verhöhnt die 30-Jährige. Er kichert, spricht direkt in die Kamera, sagt: "Haha, du wurdest vergewaltigt!"

Die Freundin will die Tat im Netz mitangehen haben. Josefine Lundgren rief sofort die Polizei. So wurden die drei 18 bis 24 Jahre alten Männer noch während der Liveübertragung in ihrer Wohnung in Uppsala festgenommen. "Zuerst sah es so aus, als ob die Jungs nur Spaß haben. Aber als sie dann ins Schlafzimmer gegangen sind... Ok, das ist nicht mehr normal", erinnert sie sich. Josefine Lundgren hat geistesgegenwärtig Screenshoots von dem Video gemacht, was den Ermittlern bei der Aufklärung der Tat hilft. Doch noch fehlt der entscheidende Beweis für ein Verbrechen, denn: "Wir haben einige Fotos und einige Filmsequenzen. Von der mutmaßlichen Vergewaltigung fehlt uns noch immer die entscheidende Filmaufnahme", erklärt Magnus Berggren von der Staatsanwaltschaft Uppsala.

Mutmaßliche Täter bestreiten die Vorwürfe

Insgesamt sieben Zeugen haben sich gemeldet, Facebook nahm das Video aber erst Stunden danach aus dem Netz. Das Problem: Nur Computer suchen dort nach verbotenen Inhalten. "Das klappt aber momentan noch nicht und insofern führt kein Weg daran vorbei, als dass die Plattformen Geld nehmen und mehr Menschen einstellen, die händisch die gemeldeten Inhalte überprüfen", so Rechtsanwalt Christian Solmecke.

Gegen zwei der mutmaßlichen Täter ist am Mittwoch Haftbefehl ergangen. Die 18 und 20 Jahre alten Männer werden laut Staatsanwaltschaft der Vergewaltigung verdächtigt. Einem Dritten werfen die Ermittler vor, über die Tat geschwiegen zu haben. Gegen ihn erging ebenfalls Haftbefehl. Die jungen Männer bestreiten die Vorwürfe. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft.