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Ernteausfälle wegen Dürre: Bauern sollen teils Soforthilfen erhalten

Ernteausfälle wegen Dürre: Bauern sollen teils Soforthilfen erhalten

Agrarministerin Klöckner will auf drohende Futterknappheit reagieren

Strahlender Sonnenschein und Rekordtemperaturen sind nicht für jeden ein Segen. In vielen Regionen Deutschlands rechnen Landwirte wegen der anhaltenden Trockenheit mit erheblichen Ernteausfällen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sprach deshalb in Berlin von einer alarmierenden Situation. Sie stellte vor allem Tierhaltern rasche Unterstützung in Aussicht - um Notschlachtungen zu vermeiden. Wie dramatisch die Lage zum Teil ist, sehen Sie im Video.

Bundesländer sollen Hilfe für Bauern einleiten

01.08.2018, Berlin: Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht während einer Pressekonferenz zu den Nothilfen der Bundesregierung für die Landwirte aufgrund der bundesweit anhaltenden Dürre und Hitzewelle. Foto:
Die Landwirtschaft kämpft mit Folgen der Dürre, Ministerin Julia Klöckner (CDU) nennt die Lage "alarmierend".
fis, dpa, Gregor Fischer

"Die Dürre trifft unsere Bauern in Deutschland sehr hart", sagte die Ministerin Julia Klöckner, die das Kabinett über die Lage informierte. Die Länder sollen jetzt rasch Hilfsprogramme vorlegen, die vom Bund begleitet werden. Finanzspritzen vom Bund gibt es erst dann, wenn Schäden von "nationalem Ausmaß" festgestellt werden. Das war zuletzt 2003 der Fall. Nun sollen zunächst die Viehzüchter Hilfe erhalten, vielerorts droht wegen der zu erwartenden Ernteausfälle eine Futterknappheit.

Gemähtes Gras wächst wegen der Dürre nicht schnell genug nach, beim Mais sieht es nicht viel besser aus. Viele Tierhalter müssen deshalb Futter zukaufen. Problematisch ist dabei, dass Osteuropa als Markt weitgehend wegfällt - aus Vorsicht vor der dort auftretenden Afrikanischen Schweinepest. So bleibt oft nur der Einkauf von teurem Soja. Milchbauern haben nach jüngsten Preiskrisen aber kaum Rücklagen.

Getreidebauern gehen außerdem von noch größeren Ernteausfällen aus, als zunächst befürchtet. Statt der zunächst geschätzten 41 Millionen Tonnen Getreide sei nur mit rund 36 Millionen Tonnen zu rechnen. Die Bauern drängen auf finanzielle Unterstützung. Klöckner bekräftigte aber, dass darüber erst nach der für Ende August geplanten amtlichen Erntebilanz zu entscheiden ist.