Erneute Warnstreiks bei der Post: Wieder bleiben Briefe liegen

Verdi hat im Tarifstreit einige tausend Briefträger zu Warnstreiks aufgerufen.
Verdi hat im Tarifstreit einige tausend Briefträger zu Warnstreiks aufgerufen.
© dpa, Marc Müller

18. April 2013 - 12:23 Uhr

Wieder Warnstreiks bei der Post: Wieder könnten Briefe liegen bleiben

Gestern waren es die Briefträger, heute legen die Mitarbeiter mehrerer Verteilerzentren ihre Arbeit nieder. Nachdem am Mittwoch 3.400 Zusteller dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu Post-Warnstreiks folgten und 2,4 Millionen Briefe sowie mehr als 100.000 Pakete nicht zugestellt wurden, setzt die Gewerkschaft Verdi auch heute den Streik fort. Die Kunden dürften die Auswirkungen wieder deutlich zu spüren bekommen.

Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. So sollen die Briefträger zwar wieder an ihre Arbeit gehen, der Streik der Verteilerzentren wird aber dennoch zu erneuten Einschränkungen bei der Briefzustellung führen. "Das hat eine strategische Funktion, da die Sendungen erst gar nicht an die Zusteller geliefert werden", sagte ein Verdi-Sprecher in Berlin. Die Gewerkschaft hat rund 750 Mitarbeiter aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Bis am 25. April neu verhandelt wird, kann es weitere Warnstreiks geben.

Tarifverhandlungen bislang ohne Ergebnis

Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen am Mittwoch waren laut Gewerkschaft städtische Ballungsgebiete im ganzen Bundesgebiet. Betroffen waren unter anderem Berlin, Hamburg, Kiel, Lübeck, Hannover und Braunschweig, Düsseldorf, Köln und Bonn sowie Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Nürnberg und Dresden. "Wir unternehmen alles, um betriebsbedingte Auswirkungen von Warnstreiks für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten", erklärte der Konzernvorstand der Deutschen Post, Jürgen Gerdes. Das Bonner Unternehmen stellt jeden Tag im Schnitt mehr als 60 Millionen Briefe und Pakete zu.

"Unsere Mitglieder sind entschlossen. Wir haben die klare Erwartung, dass der Arbeitgeber in der nächsten Tarifrunde ein einigungsfähiges Angebot vorlegen muss", betonte Verdi- Verhandlungsführerin Andrea Kocsis in einer Mitteilung. Am 25. April kommen die Tarifpartner in Neuss zu weiteren Gesprächen zusammen.

Am vergangenen Montag war die zweite Tarifrunde ohne Ergebnis geblieben. Während das Management von konstruktiven Verhandlungen sprach, kündigte Verdi an, mit Warnstreiks den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen zu wollen. Für die rund 132 000 Teilbeschäftigten fordert Verdi sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Bislang legte die Deutsche Post noch kein Angebot vor. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 175 000 Menschen, darunter mehr als 40 000 Beamte.