Ermordete Kinder Mohamed (4) und Elias (6): Silvio S. bestreitet beim Psychiater pädophile Neigung

26. Juli 2016 - 20:07 Uhr

Silvio S. ist laut Psychiater ohne pädophile Neigungen.

Es geht um unfassbare Vorwürfe, um unschuldige Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und am Ende sogar mit dem Leben bezahlen mussten. Der Angeklagte aber weist pädophile Neigungen von sich und schweigt ansonsten zu den Vorwürfen.

Silvio S. vor Gericht
Schwer zu glauben: Silvio S. ist laut Psychiater ohne pädophile Neigungen.
© dpa, Ralf Hirschberger

Es geht um den Fall Silvio S. Der mutmaßliche Kindermörder stritt im Gespräch mit einem Psychiater pädophile Neigungen ab. "Er hat ein sexuelles Interesse an Kindern negiert. Das habe er nie gehabt. Er habe sich auch nie Kindersendungen angesehen", gab der psychiatrische Gutachter beim Landgericht Potsdam aus einem Gespräch in der Untersuchungshaft wieder.

Zu den Vorwürfen der Anklage, er habe im vergangenen Jahr den vierjährigen Mohamed und den sechsjährigen Elias entführt und umgebracht, habe sich S. auf Anraten seiner Verteidiger nicht geäußert.

Der 33-Jährige soll Mohamed laut Anklage missbraucht haben. Ein Rechtsmediziner hat zudem ausgesagt, dass auch Spuren am toten Elias auf einen schweren sexuellen Übergriff deuten. Silvio S. hatte seinen Schilderungen beim Gerichtspsychiater zufolge nie eine Freundin und nie Sex mit Frauen, auch nicht mit Prosituierten.

Er habe gesagt, er hätte gern eine Freundin gehabt, erinnerte sich der Gutachter. "Aber wie man das zustande bringt, sei ihm schleierhaft. Außerdem hatte er zu viel Angst." Jedoch habe er sich daheim Pornofilme mit Frauen angesehen. Im Prozess selbst hat Silvio S. bisher die Aussage verweigert.