Ermittlungen zu "Wunderheiler": Polizei konzentriert sich auf fünf Fälle

In dieser alternativen Krebsklinik soll Klaus R. mehrere Patienten zu Tode behandelt haben.
In dieser alternativen Krebsklinik soll Klaus R. mehrere Patienten zu Tode behandelt haben.
© dpa, Henning Kaiser, koe axs

26. August 2016 - 19:42 Uhr

"Das Mittel war möglicherweise verunreinigt"

Klaus R. gilt immer noch als Hauptverdächtiger: Er soll durch falsche Behandlung drei Krebspatienten auf dem Gewissen haben und zwei weitere in Lebensgefahr gebracht haben. Ob insgesamt 69 Menschen dem Heilpraktiker zum Opfer gefallen sind, muss noch untersucht werden.

Seine alternative Heilmethode ist sehr umstritten, weil das Medikament Bromopyrovat in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen ist und Nutzen und Risiken bei der Krebstherapie bislang wenig erforscht sind. Und doch hat der "Wunderheiler" viele Patienten damit behandelt. Als Heilpraktiker durfte Klaus R. das Mittel verwenden, da für ihn nicht dieselben strengen Regeln wie für Ärzte gelten.

Die Polizei ermittelt weiter gegen den Heilpraktiker, weil noch geklärt werden muss, ob wirklich das Medikament den Tod der Patienten verursacht hat. Die Staatsanwaltschaft will jetzt Vermutungen nachgehen, wonach das Präparat zu hoch dosiert oder verunreinigt gewesen sein soll. "Wer heilt, hat Recht", sagte der zuständige Oberstaatsanwalt und unterstrich damit, dass nicht zwangsläufig Bromopyrovat der Grund für den Tod der Patienten ist.

"Es sind keine kurzfristigen Ergebnisse zu erwarten"

Oberstaatsanwaltschaft Mönchengladbach ermittelt
Oberstaatsanwalt Axel Stahl berichtet über Stand der Ermittlungen.
© dpa, Henning Kaiser, hka gfh

Der Nachweis der Substanz ist laut Staatsanwalt schwierig, dazu müssten noch Methoden entwickelt werden. Exhumierungen sollen nicht stattfinden. Daher seien keine kurzfristigen Ergebnisse zu erwarten.

Seitdem die Klinik in Brüggen geschlossen ist und der Beschuldigte ein Berufsverbot bekommen hat, sind keine neuen Fälle dieser Art bekannt geworden. Auch die Zahl der Fälle, die ursprünglich kursierten, wurde korrigiert. Inzwischen ist nur noch von fünf bestätigten Opfern die Rede, von denen bekannt ist, dass sie bei Klaus R. in Behandlung waren.

Eine Belgierin sowie eine Frau und ein Mann aus den Niederlanden waren kurz nach ihrer Behandlung in der alternativen Krebsklinik gestorben, zwei weitere mussten wegen gesundheitlicher Probleme in ärztliche Behandlung.