Ermittler wittern Anhaltspunkt der Reemtsma-Millionen: Spur führt zu Hells Angels

13. April 2014 - 19:37 Uhr

Was wissen die Rocker?

Durchbruch im Fall des noch immer zum großen Teil verschollenen Reemtsma-Geldes? Fahnder aus Aachen scheinen eine neue Spur zu den verschwundenen Millionen aus dem Reemtsma-Lösegeld zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen in Aachen und auf Mallorca seien zwei Menschen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft. Es gehe in dem Verfahren um Erpressung im Zusammenhang mit dem Lösegeld aus der Entführung von Jan Philipp Reemtsma.

Heiße Spur der Reemtsma-Millionen
Nur er weiß wohl sicher, was mit den restlichen Millionen geschehen ist: Reemtsma-Entführer Thomas Drach.
© dpa, Ronald Sawatzki

Die Geschädigten der Erpressung stammten demnach aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu. Die Verdächtigen wurden nach Angaben der spanischen Polizei bei Ermittlungen gegen Mitglieder einer Rockergruppe festgenommen. Mitglieder des "Chapters Westend" der Hells Angels hatten demnach das fragliche Lösegeld gewaschen. Die nunmehr Festgenommenen stünden im Verdacht, die Geldwäscher erpresst zu haben.

Codename "Black Mail"

Die spanische Polizei verwies in ihrer Mitteilung darauf, dass die Ermittlungen zusammen mit dem Bundeskriminalamt geführt worden seien. Die 'Bild'-Zeitung hatte zuvor berichtet, die großangelegte Operation sei in Spanien unter dem Decknamen "Big Man«" in Deutschland unter "Black Mail" gelaufen.

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach war im Oktober vergangenen Jahres nach mehr als 15 Jahren aus der Haft entlassen worden. Drach und seine Komplizen hatten im Frühjahr 1996 den damals 43 Jahre alten Millionen-Erben Reemtsma vor dessen Haus in Hamburg überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet in einem Verlies bei Bremen fest. Gegen ein Rekordlösegeld von 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken kam Reemtsma schließlich frei. Von der Beute tauchte bisher nur ein Bruchteil auf.