Ergreifende Traueranzeige für Mirco

Mit dieser Traueranzeige nehmen Eltern und Angehörige Abschied vom kleinen Mirco aus Grefrath
Mit dieser Traueranzeige nehmen Eltern und Angehörige Abschied vom kleinen Mirco aus Grefrath

Familie nimmt Abschied

"In Gottes Hand sind alle Tiefen der Erde und alle Höhen der Berge!" Mit diesem Bibelzitat nehmen Eltern und Angehörige jetzt Abschied vom kleinen Mirco aus Grefrath. Trost in dieser schwierigen Zeit finden sie vor allem in ihrem Glauben: "Bei allem Schmerz wissen wir Mirco in der Hand Gottes geborgen." Freunde, Nachbarn und Mitschüler wollen am Donnerstagabend zu einem Gottesdienst zusammenkommen.

Neben dem Text ist ein Bild zu sehen. Es zeigt einen Traktor mit großen schwarzen Reifen, der einen Hänger zieht. Es ist ein Bild, das Mirco malte, als er neun Jahre alt war und womöglich einen großen Traum des Jungen zeigt.

Diesen Traum hat Olaf H. zerstört. Der 45-jährige Familienvater wird weiter verhört, berichtete die Staatsanwaltschaft. Neue Erkenntnisse hätten sich bislang aber nicht ergeben. Wie der Junge zu Tode kam und ob er von seinem Peiniger sexuell missbraucht worden war, wurde nicht bekannt. Die Ermittler rechnen jedoch nicht mehr damit, dass die Obduktion brauchbare Ergebnisse liefern wird. Wie der Zehnjährige ums Leben kam, werde vermutlich nicht mehr zweifelsfrei feststellbar sein, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen.

Olaf H. - von seinem Handy überführt?

Über eine Frage wird indes weiter spekuliert: Wie kamen die Ermittler dem Täter auf die Spur? Soko-Leiter Ingo Thiel wollte dazu "aus taktischen Gründen" nichts sagen, einen Hinweis auf den Täter aus der Bevölkerung habe es aber nicht gegeben. Die Polizei habe jedoch davon profitiert, dass an dem Abend von Mircos Verschwinden ein Fußball-Länderspiel im Fernsehen lief.

Dies könnte folgendermaßen gedeutet werden: Die Straßen an diesem Abend waren wie ausgestorben, nur wenige Mobilfunk-Teilnehmer dürften sich im Bereich der Funkwabe aufgehalten haben, innerhalb der Mirco vor seinem Verschwinden zuletzt geortet worden war. Die Ermittler könnten bei den Mobilfunkanbietern nachgeforscht haben, welche Teilnehmer im entscheidenden Zeitraum in der Funkwabe am Entführungsort eingeloggt waren.

Die Verteidigerin von Olaf H. hat unterdessen nach nicht einmal einer Woche ihr Mandat niedergelegt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Krefeld. Die Gründe wurden nicht bekannt. Andere Anwälte hätten sich bereits angeboten, den 45-Jährigen zu vertreten.

Die Polizei Mönchengladbach hat indes einen Zeitungsbericht über einen angeblichen Selbstmordversuch von Mircos mutmaßlichem Mörder zurückgewiesen. "Es hat keinen Vorfall gegeben, den man als Suizid-Versuch bezeichnen könnte", sagte Polizeisprecher Peter Spiertz am Mittwochabend.