Bundesliga, 2. Spieltag

Böse Backpfeife für Dortmund, Fehlstart für Gladbach

Klatsche für Erling Haaland und Borussia Dortmund in Augsburg
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26. September 2020 - 18:01 Uhr

Dortmund bekommt auf den Deckel

Dicke Überraschung am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Der FC Augsburg hat die hochveranlagte Truppe von Borussia Dortmund geschlagen. Im nominellen Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig gab es ein Remis. Borussia Mönchengladbach muss mit einem Fehlstart leben. Hier alle Spiele im Überblick.

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FC Augsburg - Borussia Dortmund: 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Uduokhai (40.), 2:0 Caligiuri (54.)

Für den BVB stand erst mal "Jugend morscht" auf dem Programm. Jude Bellingham, Giovanni Reyna und Co. bissen sich allesamt die Zähne an der Augsburger 10-Mann-Wand aus, in die sich auch Erling Haaland reinbohrte – aber nicht mehr rauskam. Festgedübelt im Fuggerstädter Beton. Und wie es der Fußballgott halt manchmal so will, schießt bzw. köpft der Underdog das Tor: Einen Freistoß vom Ex-Schalker Daniel Caligiuri stirnte Felix Uduokhai in die Maschen. Es war das erste Bundesligator für den Abwehrmann im Dress des FCA. Zur Pause hatte der BVB 78 Prozent Ballbesitz und 8:1 Torschüsse – alles für die schwarz-gelbe Katz. Und das Ergebnis-Schicksal der Ballzauberer nahm weiter seinen Lauf. Florian Niederlechners Traumpass verwertete Caligiuri zum 2:0. Dreieinhalb Jahre kickte der Mittelfeldspieler für die Gelsenkirchener, denen er in diesen tristen königsblauen Tagen vielleicht ein ganz bisschen Freude bereitete. Bei den Gästen hingegen herrschte Tristesse pur. Selbst die Bemühungen, das Spiel zu drehen oder zumindest noch einen Punkt zu retten, gingen kollektiv in die Hose. Mit versteinerten Mienen sahen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und BVB-Berater Matthias Sammer die erste Saisonniederlage der ach so ambitionierten Borussen, die nach diesem peinlichen Rückschlag einiges aufzuarbeiten haben.

Borussia Mönchengladbach - Union Berlin: 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Thuram (56.), 1:1 Schlotterbeck (79.)

Es sah alles nach einem Arbeitssieg für Borussia Mönchengladbach aus. Dann kam Nico Schlotterbeck. Der U21-Nationalspieler netzte für Union Berlin nach einer Ecke per Kopf ein. Die Borussia? Die musste sich den Vorwurf gefallen lassen, sich nach dem Führungstreffer von Marcus Thuram etwas zurückgelehnt zu haben. Auch der Treffer von Thuram, der nach einer langen Verletzung sein Comeback feierte, fiel per Kopf nach einer Ecke. Das passte zum Spiel. Die Fohlen mühten sich gegen eine gute Defensive der Berliner, zwar hatten beide Teams Chancen, Sheraldo Becker etwas traf für Union nach 31. Minuten die Latte, ein Leckerbissen war das Spiel aber nicht. 1 Punkt aus zwei Spielen. Ein Fehlstart für die Borussen.

Bayer Leverkusen - RB Leipzig: 1:1 (1:1)

Tore: 0:1 Forsberg (14.), 1:1 Demirbay (20.)

6000 Zuschauer in der BayArena sahen einen sehr sehenswerten Führungstreffer – leider fürs falsche Team. Einen langen Ball verarbeitete Yussuf Poulsen mit dem Rücken zum Tor, leitete auf Emil Forsberg weiter, der Schwede ließ Lars Bender stehen und knallte das Ding unter die Latte. Es war wie ein Weckschuss für Leverkusen, das aber durch einen "Lucky Punch" zum Ausgleich kam. Kerem Demirbay zog nach einem Konter aus 22 Metern ab – drin das Ding. Angelino hatte in der Vorwärtsbewegung der Leipziger den Ball verloren. Leverkusen hatte nach 74. Minuten Glück, dass Neuzugang Hee-chan Hwang den Ball aus nächster Nähe nicht über die Linie bringen konnte, nachdem Lukas Hradecky einen direkten Freistoß pariert hatte. Fazit: Beiden Teams fehlte noch die Durchschlagskraft. Ein Punkt aus zwei Spielen? Für Leverkusen zu wenig.

Arminia Bielefeld - 1. FC Köln: 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Edmundsson (78.)

Wie schon beim 1:1 in Frankfurt zeigte sich der Aufsteiger aus Ostwestfalen spielfreudig und stabil, allein es fehlte die Durchschlagskraft. In einer chancenarmen ersten Hälfte war es der FC, der kurz vor dem Pausenpfiff der Führung ganz nah war. Ein Freistoß von Ondrej Duda wurschtelte sich irgendwie bis zum zweiten Pfosten durch, doch dort war Rafael Czichos zu überrascht, um abzuschließen – Stefan Ortega sicherte die Kugel. Apropos Ortega: Ihm gehörte der einzige Assist des Tages: Einen langen Ball des DSC-Keepers nahm Joan Simun Edmundsson auf, wetzte über rechts in den Sechzehner, wo der Joker von den Färöern nordisch-krumm aus spitzen Winkel einschoss und die Teutoburger Waldgeister verzückte.

Mainz 05 - VfB Stuttgart: 1:4 (1:1)

Tore: 1:0 Quaison (13.), 1:1 Wamangituka (45.), 1:2 Didavi (61.), 1:3 Klimowicz (80.), 1:4 Kalajdzic (86.)

Gelb-Rot: Niakhaté (MAI/77.), Stenzel (VfB/90.+1)

Unter der Woche hatten die Mainzer kollektiv das Training verweigert – und auf dem Platz zunächst die Offensive. Die übernahmen die agilen Gäste um Antreiber Daniel Didavi, der schon beim 2:3 am vergangenen Wochenende zum Saisonstart gegen Freiburg die Aufholjagd des starken Aufsteigers dirigierte. Zu einem Treffer sollte es aber nicht reichen. Mainz kam zur Führung wie die Jungfrau zum Kinde: Mit dem ersten gelungenen Angriff über Jean-Paul Boetius und Jean-Philippe Mateta kam der Ball zu Robin Quaison, der mit dem Kopf trocken einnickte. Stuttgart wirkte kurzzeitig aus dem Konzept gebracht, erholte sich aber schnell und kam noch vor der Pause zum mehr als verdienten Ausgleich. Altmeister Gonzalo Castro trug den Ball souverän durchs Mittelfeld und bediente Silas Wamangituka, der sich nicht lumpen ließ. Die durch das Hickhack um Adal Szalai mental nicht ausbalancierten Hausherren taten sich auch im zweiten Durchgang schwer, die Gäste nutzten die Gunst der Stunde. Nach feinem Zuspiel von Neuzugang Sasa Kalajdzic drehte Didavi die Partie. Für Mainz ging es fortan dahin. Erst flog Moussa Niakhaté vom Platz, kurz darauf machte der eingewechselte Mateo Klimowicz den Sack zu.