Datenmissbrauch, Ausspionieren & Co.

TÜV prüft: So sicher ist die Corona-App

Corona-Warn-App
© dpa, Stefan Jaitner, jai htf jai

15. Juni 2020 - 9:45 Uhr

Wie sicher sind meine Daten in der Corona-App?

Schon bald kommt die Corona-Warn-App – am Dienstag den 16. Juni soll es soweit sein. Mit ihr soll die weitere Entwicklung der Infektionen besser nachgehalten werden können. Das kann dabei helfen, die Pandemie noch vor einer zweiten Welle soweit in den Griff zu bekommen, dass ein normaleres Leber wieder möglich ist. Aber viele machen sich Sorgen: Ist die Corona-App sicher? Was passiert mit meinen Daten? Werde ich womöglich ausspioniert? Das hat der TÜV nun geprüft – mit eindeutigem Ergebnis.

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Aufatmen nach TÜV-Prüfung: Corona-Warn-App soll sicher und stabil sein

Die für kommende Woche erwartete Corona-App der Bundesregierung wird nach Einschätzung des IT-Dienstleisters TÜV Informationstechnik stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren. Das habe eine Prüfung der App ergeben, die man im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unternommen habe, sagte TÜV-IT-Chef Dirk Kretzschmar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Anwender müssen keine Angst vor Überwachung haben"

Bei der Überprüfung der App habe man auch kontrolliert, ob Unbefugte Daten abgreifen könnten. "Das ist nicht der Fall. Die Anwender müssen keine Angst vor Überwachung haben." Die Entwickler von SAP und T-Systems hätten auch sichergestellt, dass niemand über die App Zugriff auf andere Daten bekomme.

Frühe Versionen der App seien noch instabil gewesen, sagte Kretzschmar. "Die Tester hatten zum Schluss aber ein sehr positives Bild, weil inzwischen alles sehr stabil läuft. Sie waren auch ziemlich begeistert davon, wie schnell und in welcher Qualität die Entwickler auf noch entdeckte Schwachstellen reagiert haben."

Wie wird die Eingabe einer Coronavirus-Infektion gesichert?

Bei dem Prüfprozess habe man sich auch intensiv mit der Frage beschäftigt, wie in der App die Eingabe einer Sars-Cov-2-Infektion abgesichert werden solle. Diese erfolgt über einen QR-Code aus dem Testlabor oder mit Hilfe einer TAN, die der Betroffene von einer Telefon-Hotline erhält. Hier sei es zum Beispiel darum gegangen, ein sicheres Verfahren anzuwenden, bei dem die TAN nicht leicht erraten oder die Status-Eingabe durch einen "Brute-Force-Angriff" durch massenhafte Eingaben erzwungen werden kann.

Die offizielle deutsche App setzt auf den Smartphone-Schnittstellen von Apple und Google auf und wurde von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt. Die App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrachen. Die App erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und warnt dann Nutzer, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

Quelle: RTL/DPA

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