Erfolgreiche Uraufführung: Zeitgenössische Oper in Rostock

Cornelius R. (Jonathan Hartzendörfer) in einer Szene mit Superwoman (Klara Brockhaus). Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild
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3. November 2019 - 11:30 Uhr

Mit der Uraufführung der zeitgenössischen Oper "Dead End for Cornelius R." hat die Universität Rostock den kulturellen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 600. Gründungstag erfolgreich gestaltet. Mit lang anhaltendem Applaus feierte das Publikum in der Hochschule für Musik und Theater (HMT) am Samstagabend das Stück, das sich an der Theaterkomödie "Cornelius Relegatus" aus dem Jahr 1600 orientierte.

Dem Team um den Komponisten und HMT-Absolventen Sven Daigger, der Dramaturgin Sarah Grahneis und Regisseur Stephan Jöris ist es gelungen, in der mit knapp eineinhalb Stunden vergleichsweise kurzen Spielzeit ein spannendes Werk auf die Bühne zu bringen. Nahezu alle Schauspieler und Musiker sind HMT-Studenten.

In dem Stück ist Cornelius R. ein fragiles, kontaktunfähiges und auf virtuelle Realitäten fixiertes Wesen. Er steht hilflos zwischen seiner "Helikopter"-Mutter und den Anforderungen der Universität und kann sich im Alltag nicht zurechtfinden. Auch beim Original der Oper handelte es sich um ein Werk, das auf satirische Weise die gescheiterte Laufbahn des jungen Studenten Cornelius Relegatus in der Frühen Neuzeit zeigte.

Cornelius R. sei nicht in der Lage, sich zu artikulieren, obwohl er viel weiß, sagte Unirektor Wolfgang Schareck. "Die Universität tut ihm nicht gut", erklärte er und fügte aber sofort hinzu, dass das natürlich nichts mit dem Leben an seiner Universität zu tun habe. Der Stoff sei aber durchaus anregend für Verbesserungen im universitären Leben.

"Es ist gigantisch, was da geschafft worden ist", erklärte Susanne Winnacker, die mit der Uraufführung ihre Tätigkeit als HMT-Rektorin beendete und sich nun ihrem Engagement als Vize-Intendantin am Schauspielhaus in Bochum widmet. Das Stück sei witzig, musikalisch sei Neuland betreten worden. Sie hob dazu das Bühnenbild und die Ausstattung hervor, die von Studenten der Hochschule Wismar mit viel Kreativität entworfen wurden - "unglaublich ökonomisch und sehr professionell".

Quelle: DPA