Erdogan wirft Deutschland Terror-Unterstützung vor

Der türkische Staatspräsident Erdogan wirft Deutschland Terror-Unterstützung vor
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07. November 2016 - 13:11 Uhr

Deutschland "öffnet den Schoß für Terroristen"

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland Terror-Unterstützung vorgeworfen und die Spannungen zwischen beiden Ländern damit erneut verschärft. "Im Moment ist Deutschland eines der wichtigsten Länder geworden, in denen Terroristen Unterschlupf finden", sagte Erdogan bei einer Zeremonie im Präsidentenpalast in Ankara.

"Terrorplage wird euch treffen wie ein Bumerang"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Kritik an den neuerlichen Festnahmen von Journalisten in der Türkei wegen angeblicher Terror-Unterstützung geäußert. Erdogan sagte es sei inakzeptabel, dass sich Deutschland für Menschen einsetze, "die die Türkei als Terroristen einstuft und deren Auslieferung sie verlangt, statt diese Angriffe zu verhindern". Er fügte hinzu: "Man wird sich zeitlebens an Euch erinnern, weil Ihr den Terror unterstützt habt." Die Zukunft Deutschlands sehe er "nicht positiv".

Erdogan warf der Bundesrepublik vor, seit Jahren Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, der linksterroristischen DHKP-C und der Gülen-Bewegung zu "beschützen". Die Türkei macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch gegen Erdogan im Juli verantwortlich.

Erdogan sagte, die Türkei sei besorgt, dass Deutschland "den Schoß für Terroristen öffnet" und zum "Hinterhof" der Gülen-Bewegung werde. "Hey Deutschland, sei Dir bewusst, dass diese Terrorplage Euch wie ein Bumerang treffen wird", warnte Erdogan. "Wir machen uns Sorgen um Eure Haltung." Er verbat sich zugleich jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei.

Die Bundesregierung wollte Erdogans Aussagen bisher nicht kommentieren. Die Beziehungen zur Türkei sind im Moment ohnehin angespannt, weil die Türkei mit dem Ende des Flüchtlingspakts noch vor Ende des Jahres droht, sollte die EU im Streit um die Visumfreiheit für türkische Staatsbürger nicht einlenken.