"Islamfeindlich" und "rassistisch"

Erdogan tobt nach Moschee-Razzia in Berlin

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Durchsuchung einer Moschee in Berlin durch die Polizei als „islamfeindlich“ und „rassistisch“ kritisiert.
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24. Oktober 2020 - 14:19 Uhr

Razzia in Moschee: Es ging um Corona-Betrug

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Durchsuchung einer Moschee in Berlin durch die Polizei als "islamfeindlich" und "rassistisch" kritisiert. Der Polizeieinsatz am Mittwoch habe "die Religionsfreiheit völlig missachtet und zeugt von einer Islamfeindlichkeit und einem Rassismus, die Europa in das dunkle Mittelalter zurückschicken", erklärte Erdogan via Twitter. 

Verdacht auf Corona-Hilfen-Betrug

"Egal wo und in welcher Form auch immer auf der Welt. Wir werden unseren Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit entschlossen fortsetzen", schreibt er weiter.

Die Berliner Polizei hatte am Mittwoch wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs mit staatlichen Corona-Hilfen eine Moschee und mehrere weitere Gebäude im Stadtteil Kreuzberg durchsucht. Dabei seien 7.000 Euro Bargeld, diverse Datenträger, Computer und Akten beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Verdacht richtete sich gegen drei Beschuldigte, der Schaden beläuft sich auf 70.000 Euro. Nach Angaben der Ermittler wurde die Moschee durchsucht, weil in mindestens einem Fall eine unberechtigte Auszahlung an deren Konto ging.

Auch das türkische Außenministerium reagierte

Am Donnerstag hatte bereits das türkische Außenministerium der Berliner Polizei "diskriminierendes, unverhältnismäßiges und voreingenommenes Verhalten" wegen der Durchsuchung vorgeworfen.