Erdfall in Nordhausen verschluckt Teile zweier Häuser

Krater ist mehr als 50 Meter tief

Das Riesenloch wirkt wie ins Pflaster hineingeschnitten. Am Rand klaffen die offenen Wände zweier halb eingestürzter Häuser und geben den Blick auf die Möbel frei: In Nordhausen hat ein urplötzlich entstandener, mehr als 50 Meter tiefer Krater Teile von zwei Betriebsgebäuden verschluckt. Die Gebäudeteile stürzten in das mit Wasser gefüllte Loch. Die Behörden gehen davon aus, dass ein unterirdischer Hohlraum zu dem Erdfall am Freitagabend führten.

Erdfall in Nordhausen verschluckt Teile zweier Häuser
Erdfall in Nordhausen: Krater ist mehr als 50 Meter tief
dpa, Sebastian Willnow

Der Krater hat nach Angaben des Landratsamtes Nordhausen einen Durchmesser von rund 30 Metern. In Thüringen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder Erdfälle ereignet. Verletzt wurde niemand. Für benachbarte Wohnhäuser besteht nach Angaben von Stadt- und Kreisverwaltung keine unmittelbare Gefahr. Der Krater soll am Sonntag weiter untersucht und am Montag mit Kies verfüllt werden. Schätzungsweise 70.000 Tonnen Erdreich, Kies und Geröll seien in den Krater gerutscht, teilten die Behörden mit. Experten des Landesbergamtes und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) machten sich ein Bild vom Ausmaß des Erdfalls. Ein Hubschrauber kreiste über dem weiträumig abgesperrten Gelände, um die Tiefe des Kraters mit einem Lot auszumessen.