Uneinigkeit ärgert Verbandspräsidenten

"Erbärmlich": Lehrerverband kritisiert Lüftungskonzept

Geöffnete Schulfenster
© dpa, Christoph Schmidt, cdt wst

14. Oktober 2020 - 8:30 Uhr

Kultusministerkonferenz in der Kritik

Schülern droht ein Winter, in dem sie mit Schal und Mütze im Klassenraum sitzen müssen, das befürchtet Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) findet er klare Worte für das Lüftungskonzept der Kultusministerkonferenz (KMK). Kritik kommt auch aus Bremen.

Bildungsminister treffen sich

"Es ist erbärmlich, dass der KMK und den meisten Schulministerien zum Thema Aerosolbelastung in vollen Klassenzimmern nichts anderes einfällt, als regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen", sagt Heinz-Peter Meidinger in der NOZ. Außerdem seien sich die Bildungsminister der Länder dabei nicht einig, wie häufig gelüftet werden müsse. "Wenn die Mehrzahl der Bundesländer weiter untätig bleibt und sich die Situation als kontrollierbar schönredet, werden wir auf einen kalten Winter mit hohen Infektionszahlen zusteuern," so der Verbandpräsident kurz vor dem virtuellen Treffen der Kultusminister am heutigen Donnerstag (14.10.2020).

Schulen können nicht, wie sie sollen

Dass Lüften wichtig ist, steht außer Frage. Forscher an der amerikanischen Clarkson Universität haben sogar in einem Experiment herausgefunden, wo sich Menschen in Räumen am ehesten anstecken können. Das Problem an vielen Deutschen Schulen: Ein richtiger Durchzug ist gar nicht möglich.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aus Bremen meldet, dass es unter anderem in Bremerhaven viele Schulen gibt, an denen sich das Belüftungskonzept nicht umsetzen lasse. "Häufig lassen sich die Fenster nicht öffnen oder nur 'auf Kipp' stellen. Im Sportunterricht ist Lüftung und Distanzwahrung eine kaum einzuhaltende Anforderung", so die GEW in einer Pressemitteilung. Ob sich bei der Kultusministerkonferenz Lösungen für solche Probleme finden, ist allerdings offen.