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"Er weinte den ganzen Weg" - Muslimischer Taxifahrer hat Angst vor Ausgrenzung

"Er weinte den ganzen Weg" - Muslimischer Taxifahrer hat Angst vor Ausgrenzung

Ein Taxifahrer in New York hat Angst vor Ausgrenzung.
In New York trifft Alex einen Taxifahrer, der nach den Anschlägen von Paris nur noch weinen kann. (Symbolbild)
picture alliance / Daniel Kalker, Daniel Kalker

Das Ausmaß des Terrors ist überall zu spüren

"Die Taxifahrt, die ich gerade erlebt habe, gehört zu den traurigsten 25 Minuten, die ich je mit einem anderen Menschen erlebt habe", schreibt der 23-jährige Alex Malloy bei Twitter. Am Tag nach den Terroranschlägen in Paris steigt der Amerikaner in New York in ein Taxi und bekommt das Ausmaß des Terrors in krasser Form zu spüren.

Denn der Taxifahrer ist Muslim und völlig aufgelöst. Er kann nicht glauben, dass nach zwei Stunden endlich wieder ein Fahrgast in sein Auto steigt, der keine Angst vor Terror und ihm als Muslim hat. "25 Minuten lang musste ich diesem Fremdem, diesem Menschen wie du und ich, sagen, dass er kein Teil von dem ist, was dort geschehen ist und wie leid es mir tat, dass die Menschen ihn mit Angst und Wut betrachteten", schreibt Alex in einem offenen Brief im Internet.

"Bitte hört auf alle Muslime mit den Extremisten in einen Topf zu werfen"

Alex Malloyy will dem Taxifahrer helfen.
Alex stieg nach den Anschlägen in Paris in das Taxi eines muslimischen Fahrers. Jetzt will er ihm mit einem offenen Brief helfen.

"Er weinte den ganzen Weg bis zu meinem Apartment und das hat auch mich zum Weinen gebracht", schreibt er weiter. Der Taxifahrer habe immer weiter gesagt: "Allah, mein Gott, glaubt nicht daran. Die Menschen glauben, dass ich ein Teil davon bin, aber das bin ich nicht. Niemand will mit mir fahren, weil sie sich nicht sicher fühlen. Ich kann nicht einmal meinen Job machen".

Um ein Zeichen gegen den Hass auf Muslime zu setzen, postete Alex die bewegende Geschichte des Taxifahrers im Internet. "Bitte, bitte, bitte seid nett zu diesen Leuten, sie sind nicht nur Opfer von Diskriminierung, sondern auch von Hass in Zeiten wie diesen. Bitte hört auf alle Muslime mit den Extremisten in einen Topf zu werfen, die die Anschläge in Paris begangen haben", schreibt er weiter, "sie sind unsere Freunde, unsere Nachbarn und unsere Verbündeten".