Er schleifte seine Ex-Frau in Hameln hinterm Auto her: 14 Jahre Haft für versuchten Mord

31. Mai 2017 - 20:10 Uhr

Strick um den Hals

Weil er seine Ex-Frau in Hameln mit einem Strick um den Hals hinter seinem Auto her geschleift hat, ist ein Mann zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach den 39-Jährigen des versuchten Mordes schuldig.

Staatsanwaltschaft: Tat war geplant

Damit entsprach das Gericht der Forderung des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert. Der Mann hatte zum Prozessauftakt gestanden, dass er die Mutter seines Sohnes auf grausame Weise töten wollte.

Das Opfer habe reanimiert werden müssen und nur durch ein Wunder überlebt, sagte Staatsanwältin Ann-Kristin Fröhlich in ihrem Plädoyer im Landgericht Hannover. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine Strafmilderung vor. "Er wollte sich über sie erheben, er wollte sie demütigen, er wollte sie töten." Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war die Tat geplant.

Sohn saß während der Tat mit im Wagen

Nach Faustschlägen, Messerstichen und Axthieben band er die Frau laut Anklage an die Anhängerkupplung und fuhr schnell los.  Nach rund 200 Metern löste sich das Seil, das Opfer überlebte schwer verletzt. Während der Tat saß der damals knapp dreijährige Sohn der beiden im Auto. Hintergrund des Gewaltexzesses war ein Streit um Unterhaltszahlungen. Die Frau, die physisch und psychisch unter den Folgen des Verbrechens leidet, trat als Nebenklägerin auf. Während des Prozesses wurde auch der kleine Sohn als Nebenkläger zugelassen. 

In einem Vergleich haben sich die Anwälte des Angeklagten und des Opfers auf ein Schmerzensgeld von 137.000 Euro geeinigt, wie der Richter verkündete. Zudem soll der Mann für mögliche Folgeschäden aufkommen, sollten diese nicht von den Sozialversicherungen bezahlt werden. Der Angeklagte besitzt ein Haus in der Nähe von Hameln. Nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters ist der Angeklagte zwar psychisch gestört, aber voll schuldfähig. Der komplexe Tatablauf spreche gegen eine Affekttat, sagte der Sachverständige.

In dem von seinem Verteidiger verlesenen Geständnis hatte der 39-Jährige angegeben, die Tat nicht geplant zu haben. Seile und Axt habe er wegen Gartenarbeiten stets im Auto dabei gehabt.  Der Angeklagte hat wie das Opfer kurdische Wurzeln. Das Paar hatte 2013 nach islamischem Recht geheiratet. Nach Schilderung der Frau begannen die Misshandlungen, als sie zu dem Mann zog. Im Frühjahr 2014 trennte sie sich von ihm.