Er plante Anschlag auf Justin-Bieber-Konzert: 17-Jähriger muss lebenslang hinter Gittern

© South Wales Police

3. März 2018 - 11:44 Uhr

Er wollte wohl mehr Todesopfer als in Manchester

Er wollte ein Blutbad anrichten: Ein Teenager plante im vergangenen Juni einen Terroranschlag auf einem Justin-Bieber-Konzert in Cardiff. Nun wurde er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, berichtet die britische Zeitung 'Guardian'. Sein Vorbild war das Massaker auf dem Konzert von Ariana Grande in Manchester. (Lesen Sie hier mehr dazu!) Im Mai 2017 wurden 22 Menschen getötet und Hunderte verletzt, darunter viele Kinder und Jugendliche.

"Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates"

Lloyd Gunton machte sich mehrere Wochen vor dem Konzert mit dem Sicherheitskonzept vertraut. Am Tag des Konzerts stürmte die Polizei das Haus des Jungen im Süden von Wales und fand ein Jagdmesser, einen Hammer und einen Märtyrer-Brief in seinem Rucksack. Darin stand: "Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates. Ich habe heute Cardiff angegriffen, weil die Regierung Syrien und Irak bombardiert. In Zukunft wird es weitere Angriffe geben."

Der 17-Jährige sagte vor Gericht, dass er nicht die Absicht gehabt habe, einen Terroranschlag zu verüben. Er besitze keinen Koran, glaube nicht an den Islam und esse Schinken. Sein Verteidiger, Delroy Henry, verglich das Interesse des Teenagers an den IS mit dem eines Gaffers auf einer Autobahn. "Er wurde von der Neugierde überwältigt."

Die Richter zeigten jedoch kein Erbarmen: "Man kann nicht abschätzen, wie viele Menschen durch Ihre Taten ermordet oder schwer verletzt worden wären, da der Angriff vereitelt wurde, aber ich bin mir sicher, dass Sie einen Massenmord geplant haben. Ihre Handlungen zeigen eine völlige Missachtung menschlichen Lebens." Nach dem Urteil sagte der Richter den Journalisten: "Dieser Fall zeigt, wie schnell sich Jugendliche im Internet radikalisieren können. Wir fordern die Menschen auf, wachsam zu sein, damit wir so schnell wie möglich eingreifen können, um die Öffentlichkeit zu schützen."