Professor Timo Ulrichs zu Reiseverboten aus Hot-Spot-Gebieten

Epidemiologe: "Negativer Corona-Test ist nur eine Momentaufnahme"

29. Juni 2020 - 11:26 Uhr

Bundesländer machen dicht

In Schleswig-Holstein und weiteren Bundesländern müssen Einreisende aus Risiko-Gebieten zwei Wochen in Quarantäne – sofern sie keinen negativen Corona-Test vorweisen können. Der Epidemiologe Professor Timo Ulrichs hält das Vorgehen nur für bedingt sinnvoll. Warum er sich für ein generelles Reiseverbot aus Corona-Hot-Spots stark macht, sehen Sie im Video.

Ulrichs: "Ort nicht verlassen"

Kontaktbeschränkungen in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf, sprunghafte Anstiege der Infizierten-Zahlen in Oldenburg und Berlin-Neukölln. Der Umgang mit den Corona-Hots-Spots in Deutschland wirft weiter Fragen auf. Professor Timo Ulrichs hält Reisebeschränkungen für Bewohner von Risikogebieten für sinnvoll:

"Zu einem richtigen Lockdown – wenn man ihn denn schon verhängt - gehört auch, diesen Ort nicht zu verlassen, wo eben besonders viele Ausbrüche sind, um das Risiko einer Durchmischung zu minimieren", sagt der Epidemiologe.

Keine ausreichende Sicherheit

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Auch ein negativer Corona-Test biete keine ausreichende Sicherheit, "denn der ist ja nur eine Momentaufnahme", sagt Ulrichs. "Wenn der positiv ausfällt, dann kann man sicher sein, dass tatsächlich die Viren übertragen worden sind. Wenn der negativ ist, dann kann es sein, dass der Rachenabstrich zu früh abgenommen ist, oder auch zu spät, was die Viruskonzentration im Rachen angeht."

Deshalb sollten gerade Regionen, in denen gar keine Neuinfektionen auftreten, Maßnahmen treffen, "dass man sich da nicht welche reinholt", sagt der Epidemiologe.

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