Entwicklungsminister Müller kritisiert Schleuderpreise bei Lebensmitteln

27. August 2014 - 18:00 Uhr

Ein Skandal, dass ein Viertel unserer Lebensmittel im Müll landen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist die "Geiz-ist-geil-Mentalität" im Umgang mit Lebensmitteln ein Dorn im Auge. Lebensmittel seien in Deutschland unterbewertet. Sie würden verschleudert und von Handelskonzernen als Lockmittel eingesetzt. Darunter litten die Produzenten, sagte Müller der 'Mitteldeutschen Zeitung'. Die einzig logische Konsequenz: höhere Preise.

Entwicklungsminister Müller kritisiert Schleuderpreise bei Lebensmitteln
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert einen nachhaltigeren Lebensstil.
© dpa, Jens Wolf

"Wir müssen uns in in unserem Lebensstil nachhaltig aufstellen", sagt Müller im RTL-Interview. Schließlich sei es ein Skandal, dass ein Viertel unserer Lebensmittel in der Mülltonne landen. Muss das Essen also erst teurer werden, damit wir es zu schätzen wissen – und wer kann sich das überhaupt leisten? Schließlich sind viele Bürger in Deutschland auf Discounter-Preise angewiesen, um überhaupt irgendwie über die Runden zu kommen.

Die Branche konterte Müllers Vorstoß umgehend: "Die Preise für Lebensmittel liegen in Deutschland laut europäischem Statistikamt knapp über dem EU-Durchschnitt", erklärte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. Handelsunternehmen bauten die Sortimente nachhaltig erzeugter Produkte seit Jahren aus. Immer mehr Menschen gäben für fair gehandelte, regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel mehr Geld aus. Diesem Bewusstseinswandel komme der Handel nach.

Ein Bewusstseinswandel, der aber offenbar noch längst nicht in der breiten Masse angekommen ist, sonst würden nicht so viele Lebensmittel im Müll landen.