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Entwicklungsminister Müller: EU sollte Märkte für afrikanische Produkte öffnen

Stand mit Gemüse auf dem Zentralmarkt in Port Louis, Mauritius, Afrika.
Gerade für Agrarprodukte (hier auf dem Zentralmarkt in Port Louis, Mauritius) erhofft sich Müller weniger Einfuhrbeschränkungen in die EU. © picture alliance, Peter Schickert

CSU-Minister will so die Migration bremsen

Afrika hat mehr als eine Milliarde Einwohner. Doch für viele, gerade junge Menschen, bietet die Heimat keine Zukunft: Konflikte, Hungersnöte, Armut und Korruption treiben Afrikaner in Richtung Europa. Um das einzudämmen, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) von der EU, ihre Märkte für sämtliche Güter aus Afrika zu öffnen. So könnten dort Jobs geschaffen werden. Doch es gibt Bedenken.

Müller kritisiert deutsche Unternehmen

Gerd Mueller, Bundesminister fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, CSU, PK zu: UNICEF und BMZ treiben psychosoziale Hilfsprogramme fuer Kinder und Familien in Krisengebieten voran, DEU, Berlin, 05.07.2018
Gerd Müller fordert von der EU eine wirtschaftliche Öffnung gegenüber Afrika. © imago/Jens Schicke, Jens Schicke, imago stock&people

Besonders Agrarprodukte sollten hierzulande zoll- und quotenfrei eingeführt werden können, findet Müller. Im Rahmen eines EU-Afrika-Abkommens könnten die EU-Staaten Afrikanern legale Möglichkeiten schaffen, in Europa zu arbeiten. Im Gegenzug müssten sich afrikanische Länder verpflichten, abgelehnte Asylbewerber zurückzunehmen. Müller bemängelte außerdem, dass sich bislang nur 1.000 von 3,5 Millionen deutschen Unternehmen in Afrika engagierten.

Welche Hilfsprojekte es heute schon gibt und wie eine wirtschaftliche Perspektive für Afrika aussehen könnte, verrät unsere Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault im Video.

Welche wirtschaftliche Perspektive für Afrika?
Welche wirtschaftliche Perspektive für Afrika? Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault über Hilfsprojekte 01:52

Kritik aus der Opposition

Unterstützung für Müllers Vorstoß kam vom Koalitionspartner SPD und vom Deutschen Bauernverband. Eine Öffnung der europäischen Märkte könne Beschäftigung in Afrika schaffen und den Migrationsdruck mindern, so Bernd Westphal, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. 

Bedenken äußerte Die Linke. "Statt noch mehr Freihandel, der Fluchtursachen schafft, braucht es endlich einen Stopp der Ausplünderung der Rohstoffe Afrikas", kritisierte Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Gerade Freihandelsabkommen mit afrikanischen Staaten hätten die dortige Landwirtschaft geschädigt. Auch von den Grünen und aus der FDP gab es Kritik. 

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