15 Kilometer vor der Hamburger Insel Neuwerk

Gigantische Sandbank entdeckt: Bekommt Deutschland eine neue Insel?

25. August 2020 - 9:53 Uhr

Land in Sicht im Hamburgischen Wattenmeer

Das ist absolutes Neuland: Hamburgs Fläche wächst. Allerdings bekommen viele Hanseaten davon nichts mit. Im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer entsteht gerade eine ganz neue Landmasse. Möglicherweise wird daraus mal eine Insel. Noch ist sie eher eine gigantische Sandbank. Wie es dort genau aussieht, dazu mehr im Video.

Nur durch Satellitenbilder entdeckt

Satellitenbild von der neuen Sandbank
Satellitenbild von der neuen Sandbank in Bananenform (links). Daneben liegen Scharhörn und Nigehörn, ganz rechts Neuwerk.
© OpenstreetMap/sentinel hup

Die Sandbank befindet sich 15 Kilometer vor der Hamburger Insel Neuwerk und den beiden vorgelagerten unbewohnten Inseln Scharhörn und Nigehörn. Sie ist größer als die drei Inseln zusammen. "Was da genau passiert, das lernen wir im Augenblick erst. Weil wir dieser Sandbank gewahr geworden sind über Satellitenbilder", erklärt uns der Leiter des Nationalparks, Dr. Klaus Janke.

Kleine Expedition gestartet

Um Gewissheit zu bekommen, dass es sich nicht nur um Flachwasser oder was ganz anderes handelt, hat Janke einen Mitarbeiter dorthin auf Expedition geschickt. Das Ergebnis: Da beginnt sich eine große, bananenförmige Sandbank zu bilden. "Wir sind alle sehr gespannt, was daraus werden wird. Wir verfolgen das in den nächsten Jahren weiter und bleiben gespannt, ob die Stadt wächst", so der Nationalparkleiter. Aktuell ist die Sandbank 600 Hektar groß, das entspricht einer Größe von mehr als 800 Fußballfeldern.

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Sonnenbaden leider nicht möglich

Es ist durchaus möglich, dass es hier zu einer Inselbildung kommt. Fachleute stellen sich vor, dass genauso die bewohnte Nachbarinsel Neuwerk vor 1000 Jahren entstanden sein könnte. "Die Landfläche Hamburg wächst im Moment kontinuierlich", freut sich auch Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (B'90/Die Grünen). Allerdings kann kein Hamburger damit rechnen, dort jemals in der Sonne liegen zu können. Es wird also keine Alternative zum Malle-Urlaub, denn die Sandbank befindet sich im Naturschutzgebiet.

Dynamik des Wattenmeeres macht’s möglich

Laut Experten ist die Sandbank durch die Dynamik des Wattenmeeres entstanden und hat weniger mit dem Klimawandel zu tun. Ob sie bleibt oder wieder verschwindet, hängt von verschiedenen Kräften wie Stürme oder Meeresströmungen ab. "Aber im Augenblick ist es so, dass alle diese Kräfte entschieden haben: Ja, dort wird eine Sandbank entstehen. Und vielleicht wird sie noch höher, dann kommen plötzlich Pflanzen dazu und dann wächst das weiter", so Janke.

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