Empörung nach ARD-Beitrag

Pegida-Demonstranten finden Lübcke-Mord „relativ normal“

Mehrere tausend Pegida-Anhänger feiern in Dresden das zweijährige Bestehen der islam- und fremndenfeindlichen Bewegung. Foto: Oliver Killig
Mehrere tausend Pegida-Anhänger feiern in Dresden das zweijährige Bestehen der islam- und fremndenfeindlichen Bewegung. Foto: Oliver Killig
© deutsche presse agentur

05. Juli 2019 - 12:12 Uhr

Demonstranten heißen Lübcke-Mord gut

Die Empörung über Pegida-Demonstranten, die den Lübcke-Mord "normal" finden, ist groß. Die  ARD hatte Aufnahmen gezeigt, in denen zu hören ist, wie gefühlskalt sie reagieren und den Mord sogar noch gutheißen.

„Man erschaudert vor diesen Abgründen“

Politiker mehrerer Parteien haben sich entsetzt gezeigt über Aussagen von Demonstranten einer Pegida-Demonstration zum Mord an dem Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke.

Auch die Justiz interessiert sich nun offenbar für diie Vorfälle. Laut 'Tagesspiegel' hat die Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen "Billigung vin Straftaten" eingeleitet. Zudem prüfe die Behörde, "ob weitere Straftatbestände wie Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener in Frage kommen", heißt es in dem Bericht.

„Ja, wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt's wieder raus“

Reporter der Sendung "Kontraste" hatten bei einer Kundgebung des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden Teilnehmer nach ihrer Ansicht zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsident gefragt.

Ein Mann sagte, im Vergleich zur linksextremen Gefahr sei ein Mord "alle zwei, drei Jahre, aus irgendwelchen Hass-Gründen, relativ normal". Ein anderer meinte auf die Frage, ob Mord eine menschliche Reaktion sei: "Ja, wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt's wieder raus."

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„Menschen, die über einen ermordeten demokratischen Politiker (...) Spott absondern, sind zu allem fähig“

Auf Twitter zeigten sich viele Menschen empört. Auch Politiker reagierten. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schrieb: "In was für Zeiten leben wir, in denen vor laufender Kamera offen ein Mord gutgeheißen wird?"

Ex-CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz meinte: "Eine Minute, in der es einem kalt den Rücken runter läuft." Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) schrieb: "Die #Pegida Leute können einem wirklich Angst machen. Menschen, die über einen ermordeten demokratischen Politiker wie #Lübcke schadenfroh Spott absondern, sind zu allem fähig."

Mord hatte rechtsextremen Hintergrund

23.06.2019, Hessen, Kassel: Ein Portrait vom ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten W. Lübcke (CDU) steht beim multireligiösen Friedensgottesdienst ·Frieden braucht Mut· anlässlich des Empfangs "100 Jahre Volksbund" in der Martinskirche. Der Volks
Ein Portrait des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke in der Kasseler Martinskirche.
© dpa, Swen Pförtner, spf sab

Walther Lübcke war am 2. Juni erschossen worden. Unter Verdacht steht der 45-jährige Stephan E. aus Kassel. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Stephan E. hatte nach Angaben des Generalbundesanwalts Peter Frank zunächst gestanden, Lübcke getötet zu haben; später widerrief er sein Geständnis.