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Mary Robinson: Besuch in Dubai war "naiv"

Irische Ex-Präsidentin erkannte Notlage von entführter Prinzessin Latifa nicht - heute bereut sie es

Mary Robinson, frühere Staatspräsidentin Irlands sowie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, besuchte Prinzessin Latifa 2018 in Dubai.
Mary Robinson, frühere Staatspräsidentin Irlands sowie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, besuchte Prinzessin Latifa 2018 in Dubai.
© Picture Alliance

01. März 2021 - 15:01 Uhr

Mary Robinson traf Prinzessin Latifa in Dubai zum Dinner

Sie war eine der letzten, die Prinzessin Latifa – die Tochter des Herrschers von Dubai – lebend gesehen hat: Nun bereut Mary Robinson nicht wachsamer gewesen zu sein, als sie 2018 nach Dubai reiste. Die ehemalige irische Präsidentin traf Latifa damals zum Dinner. Was ihr nicht klar war: Auch da wurde die Prinzessin schon gegen ihren Willen von ihrer Familie festgehalten.

Dubais Herrscherfamilie behauptete Latifa habe psychische Probleme

Der Besuch von Mary Robinson wurde von Dubais Herrscherfamilie als Beleg angeführt, dass Latifa nicht entführt wurde und dass es ihr gut gehe. In einem Interview mit dem irischen Sender RTÉ sagte die Ex-Präsidentin nun, "es sei ihr "größter Fehler" gewesen, dass sie nicht sah, in welcher Situation sich Latifa befunden habe. Robinson, die zeitweise Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte war, hatte Latifa damals als "mit Problemen belastete junge Frau" bezeichnet.

Ihr sei weisgemacht worden, dass die Prinzessin unter einer bipolaren Störung leide, sagte Robinson der BBC. Sie habe darum nicht weiter nachgefragt, weil sie Latifa nicht auf traumatische Ereignisse ansprechen wollte. Das scheint Robinson inzwischen zu bereuen. Sie erklärte, dass sie der Prinzessin nun "zu 100 Prozent" glaube und dass sie damals "naiv" gewesen sei. Sie habe nun auch habe Kontakt mit dem irischen Außenminister Simon Coveney wegen des Falls aufgenommen.

Seit Monaten gab es kein Lebenszeichen von Prinzessin Latifa

Im Februar hatten Freunde der Prinzessin Video-Aufnahmen von Latifa veröffentlicht, nachdem sie monatelang nichts mehr von der inzwischen 36 Jahre alten Tochter von Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum gehört hatten. Die Frau erzählte in den Videos, dass sie wie eine Geisel in einer Villa eingesperrt sei und noch nicht einmal zum Luft schnappen vor die Tür dürfe.

Eine Zeit lang gelang es der Prinzessin offenbar noch heimlich Kontakt zu Freunden zu halten, dann brach die Verbindung plötzlich ab. Weil es seit Monaten kein Lebenszeichen von Latifa gab, sind ihre Freunde in großer Sorge, dass der 36-Jährigen etwas zugestoßen sein könnte. Die Herrscherfamilie Dubais teilte mit, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal zu Hause betreut. "Sie erholt sich weiter, und wir sind hoffnungsvoll, dass sie zu einer angemessenen Zeit wieder ins öffentliche Leben zurückkehren wird", zitierte die BBC aus einer Mitteilung der Familie.

Scheich Mohammed hält auch Prinzessin Shamsa in Dubai gefangen

Latifa unternahm im Februar 2018 einen spektakulären Fluchtversuch, um sich der Kontrolle ihres Vaters zu entziehen. Sie verließ das Land per Schlauchboot und Yacht, wurde dann aber von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und zurück nach Dubai verschleppt.

Auch Latifas ältere Schwester erlitt ein ähnliches Schicksal. Prinzessin Shamsa versuchte im Jahr 2000, sich in Großbritannien abzusetzen. Angestellte ihres Vaters spürten sie dann aber in Cambridge auf und brachten auch sie gewaltsam in ihr Heimatland zurück. Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im vergangenen Jahr im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung von Prinzessin Haya, einer seiner Ehefrauen, verantwortlich gemacht.

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