Entführte Kinder wieder bei ihrer Mutter

09. Februar 2016 - 15:42 Uhr

Mehr als vier Monate verschwunden

Nach 136 Tagen sind die vier von ihrem Vater aus Hermannsburg bei Celle verschleppten Kinder wieder bei ihrer Mutter, bestätigte Polizeidirektor Stefan Sengel bei einer Pressekonferenz. Alle seien gemeinsam an einem geheimen Ort. Den Kindern gehe es gut. Sie waren in Ägypten entdeckt worden. Der Vater wurde festgenommen und soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

"Ich bin überglücklich und unendlich dankbar, dass meine Kinder gesund bei mir sind. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich jetzt meine ganze Zeit mit Jonas, Benjamin, Miriam und Lisa verbringen möchte", heißt es in einem Statement der Mutter.

Unter einem Vorwand hatte der nicht sorgeberechtigte Vater die damals vier- bis achtjährigen Kinder am 25. April bei seiner früheren Frau abgeholt. Dann war er mit ihnen zunächst nach Ägypten geflogen und später in den Sudan gereist. Der 37-Jährige gilt als christlicher Fundamentalist.

Internationale Suche

Seit Monaten wurde mit internationaler Hilfe nach den Kindern gesucht. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) war in den spektakulären Fall von Kindesentzug eingeschaltet worden.

Zeugen wollten die Kinder - Jonas, Benjamin, Miriam und Lisa - zuletzt in der Nähe von Füssen im Allgäu gesehen haben. Der arbeitslose Krankenpfleger hatte sich angeblich vom 21. bis zum 24. Juni mit ihnen in einem Feriendorf aufgehalten. Gleichzeitig hatte es den Ermittlern zufolge aber auch Hinweise gegeben, dass sich der Vater mit den Kindern noch in Ägypten aufhielt.