Entflohene Häftlinge aus US-Gefängnis: Komplizin festgenommen

Die beiden flüchtligen Häftlinge gelten als extrem gefährlich.
Die beiden flüchtligen Häftlinge gelten als extrem gefährlich.
© dpa, Handout

14. Juni 2015 - 8:47 Uhr

Werkzeuge geschmuggelt

Knapp eine Woche nach dem Ausbruch von zwei Häftlingen aus einem US-Hochsicherheitsgefängnis hat die Polizei eine mutmaßliche Komplizin der Flüchtigen festgenommen. Die Gefängnisangestellte stand schon länger in Verdacht, den Häftlingen "materielle Unterstützung" geleistet haben.

Die 51- Jährige soll für die beiden Schwerverbrecher Werkzeuge in die Anstalt geschmuggelt haben, mit denen sich die Männer ihren Weg in die Freiheit bohrten. Dann habe die Frau allerdings kalte Füße bekommen und den vereinbarten Fluchtwagen nicht bereitgestellt. Die Gefängnisangestellte habe eine Panikattacke bekommen und sei ins Krankenhaus gefahren, statt das Auto an der verabredeten Stelle zu parken, wie der Fernsehsender CNN berichtete. Die Ermittler hatten die Frau zunächst nur befragt. Zu der Festnahme kam es erst jetzt.

"Meine Mutter ist kein Mensch, der andere Menschen in Gefahr bringt, indem er Mördern zur Flucht verhilft", sagte ihr Sohn noch vor einigen Tagen dem Sender. Doch den Ermittlern war schnell klar, dass die geflohenen Häftlinge Hilfe gehabt haben mussten. "Sie können sich ihre Ausrüstung nicht selbst besorgt haben, das ist sicher", sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.

"Sie könnten praktisch überall sein"

Die 48 und 34 Jahre alten Häftlinge hatten sich in der Nacht zum vergangenen Samstag mit schweren Werkzeugen den Weg in die Freiheit gebohrt und waren dann durch die Kanalisation geflüchtet. Sie wussten offenbar auch, was sie hinter der Zellenwand erwartet und wohin die Schächte führen. Die beiden sind nach wie vor auf der Flucht. "Sie könnten praktisch überall sein", hieß es von der Staatspolizei. Es ist nicht schwer, über die wenig bewachte Grenze nach Kanada zu kommen, aber auch da wird nach ihnen gefahndet.

Um ihre Flucht zu verschleiern, hatten sie in ihren Zellen Kleidung unter Decken zusammengerollt - zusammen mit einem Zettel mit der Aufschrift: "Habt noch einen schönen Tag!" Die Männer verbüßten in der 'Clinton Correction Facility' in Dannemora nahe der kanadischen Grenze lebenslange Haftstrafen. Der eine hatte einen Mann zu Tode geprügelt, der andere einen Polizisten erschossen. Die beiden gelten als extrem gefährlich.

Von der Stadt New York ist die Haftanstalt 500 Kilometer entfernt. Das Gefängnis ist 170 Jahre alt und hat knapp 2.700 Insassen - es ist offiziellen Angaben zufolge die erste Flucht.