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Entdeckte Frauenleiche aus Spanien noch nicht identifiziert - ist es Sophia L.?

Leiche von Sophia L. gefunden?
In Spanien wurde eine Frauenleiche gefunden. Ist es die vermisste Sophia L.?

Hinweise deuten auf einen Tatort in Oberfranken hin

Die vermisste Studentin Sophia L. ist offenbar tot. Wie die Zeitung "El Correo" berichtete, ist die Leiche einer jungen Frau im spanischen Baskenland an einer Tankstelle in Asparrena in der Provinz Álava gefunden worden. Laut der spanischen Nachrichtenagentur "Efe" decke sich die Beschreibung der Vermissten mit dem Aussehen der tot aufgefundenen Frau. Die spanischen Behörden konnten sie aber noch nicht eindeutig identifizieren. Der bereits festgenommene Lkw-Fahrer soll laut "El Correo" gestanden haben, die Frau umgebracht zu haben. Die GPS-Daten seines Lastwagens deuten darauf hin, dass einer der Tatorte in Oberfranken liegen könnte.

Leiche soll Spuren von Gewalt aufweisen

Auch Polizei und Staatsanwaltschaft in Leipzig teilten inzwischen mit, dass die tote Frau bislang noch nicht identifiziert sei. Die Leiche soll Spuren von Gewalt und Verbrennungen aufweisen. Alle Ermittlungen in Spanien würden in enger Abstimmung mit den deutschen Behörden geführt. Im Zusammenhang mit den GPS-Daten hat die Staatsanwaltschaft nun die Federführung bei den Ermittlungen übernommen.

Trotzdem: Vieles scheint dafür zu sprechen, dass es sich bei dem Leichenfund um die Deutsche handelt, bestätigte auch RTL-Reporterin Pia Schrörs. Der bereits festgenommene Lkw-Fahrer soll Hinweise darauf gegeben haben, wo sich die Leiche befindet.

Sophia L. wurde zuletzt am 14. Juni gesehen. Die 28-Jährige wollte von Leipzig zu Freunden ins bayerische Amberg trampen. Dort kam sie jedoch nie an. Sie soll an einer Tankstelle an der Autobahn 9 am Schkeuditzer Kreuz in einen Lkw gestiegen sein. Das letzte Lebenszeichen von Sophia sei eine SMS mit dem Kennzeichen des Lkw gewesen, sagte ihr Bruder RTL.

Bereits am Dienstag hatte die Polizei mitgeteilt, dass ein Mann in Spanien festgenommen wurde. Er sei dringend verdächtig, die Frau getötet zu haben.

Angehörige müssen sich mit Hasskommentaren herumschlagen

Die Polizei hat nahe der Fahrtroute des verdächtigen Lastwagens nach der Vermissten gesucht, unter anderem in Lauf an der Pegnitz. Die Behörden machten jedoch auch am Donnerstag keinerlei Angaben zu den Suchaktionen oder zum Alter und zur Herkunft des Verdächtigen. Berichten zufolge soll der Verdächtige aus Marokko stammen.

"Wir möchten darauf hinweisen, dass die Nationalität eines möglichen Täters nichts mit seinen Taten zu tun hat", schrieb der Bruder der Vermissten am Donnerstag in einem Brief an die Medien. "Sophia ist in der Unterstützung von Geflüchteten aktiv und engagiert sich gegen Rechts. Sophia würde unter keinen Umständen wollen, dass auf ihre Kosten rassistische Hetze betrieben wird, wie es teils schon geschehen ist", erklärte der Bruder.  

​Die Angehörigen baten zugleich um Sensibilität. Über Twitter bat der Bruder am Donnerstag zudem erneut um Hinweise auf seine Schwester. "Bitte haltet die Augen offen, bitte informiert die Polizei, wenn ihr sie irgendwo gesehen habt", heißt es in dem englischsprachigen Post. Ferner erklärte er in dem Schreiben an die Medien: "Wir erwarten, dass die Polizei alles unternimmt, um das Verschwinden von Sophia aufzuklären, und erwarten anschließend ein rechtsstaatliches Verfahren, sollte sich der Verdacht eines Verbrechens bestätigen."

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