Neue Masche: Kriminelle nutzen Angst vor Corona aus

Enkeltrick mit Corona: So schützen Sie sich vor Betrügern

Enkeltrick: Neue Betrugsmaschen mit Corona.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh arb axs kay

17. September 2020 - 17:44 Uhr

Bei Anruf: Vorsicht!

Betrüger haben sich auch bereits an die Corona-Pandemie angepasst, um leichtgläubigen Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Kriminalprävention-Beratung der Polizei warnt daher vor den neuesten Methoden der Kriminellen: sie geben sich am Telefon als Corona-infizierte Verwandte, als Gesundheitsamtmitarbeiter oder Microsoft-Support aus.

Enkeltrick: Jetzt mit Corona-Infektion

Der Enkeltrick, bei dem ältere Menschen von vermeintlichen Verwandten um Geld betrogen werden, ist um eine Variante reicher. Derzeit geben sich die Täter häufig als Angehörige aus, die mit dem Corona-Virus infiziert seien. Die Kriminellen täuschen dann vor, finanzielle Unterstützung für die Behandlung zu benötigen. Sie bitten ihre Opfer um Geld und andere Wertgegenstände, die ein Freund abholen wird.

  • Die Kriminalpolizei rät: Wer Anrufe von angeblich erkrankten Angehörigen bekommt, sollte bei Geldforderungen besonders misstrauisch werden.
  • Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des Enkels, der Nichte usw. selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten.
  • Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen oder Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.
  • Rufen Sie Verwandte unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Ihnen die Situation verdächtig erscheint.

Falsche Mitarbeiter des Gesundheitsamts

Eine weitere neue Masche: Betrüger geben sich am Telefon als Mitarbeiter des Gesundheitsamts aus und fordern ihre Opfer dazu auf, einen Corona-Test zum Preis von mehreren Tausend Euro durchzuführen. Die Beratungsstelle der Polizei kennt Betrugsfälle, in denen 5.000 bis 7.000 Euro verlangt wurden. Eine Abwandlung des Vorgehens ist, dass die angeblichen Gesundheitsamtmitarbeiter an der Haustüre klingeln und so versuchen, in die Wohnung zu kommen.

  • Lassen Sie sich nicht darauf ein, kostenpflichtige Tests auf Corona an der Haustür und nach telefonischer Aufforderung durchzuführen.
  • Fragen Sie Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt, ob ein Test für Sie angeordnet wurde.
  • Übergeben Sie kein Geld an vermeintliche Tester an Ihrer Haustür. Lassen Sie sich auch durch Drohungen nicht verunsichern.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher: Sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.
  • Bei akuter Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter melden sich im Home Office

Betrugsfälle durch Kriminelle, die sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgeben, sind bereits seit einigen Jahren bekannt. Jetzt haben sich die Täter auf die aktuelle Situation während der Corona-Pandemie eingestellt, in der viele Angestellte im Home Office arbeiten. Die Betrüger geben vor, Mitarbeiter bei  "My IT Department"  oder "from my Company" zu sein.  Die Täter und Täterinnen sprechen oft englisch mit indischem Akzent. Sie versuchen die Angerufenen dazu zu bewegen, u.a. eine Fernwartung zu installieren. Haben die Betrüger dann Zugriff auf den Computer, können sie ihn mit schädlicher Software infizieren. So schützen Sie sich vor dieser Masche:

  • Gewähren Sie Fremden keinen Fernzugriff auf Ihren Computer.
  • Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen unaufgefordert keinen Kontakt zu Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter ungebeten bei Ihnen melden, legen Sie auf.
  • Sollten Sie Opfer geworden sein: Schalten Sie den Computer aus und trennen Sie den Rechner vom Internet.
  • Ändern Sie über einen nicht-infizierten Rechner unverzüglich alle Passwörter.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und Meldung bei Microsoft unter www.microsoft.com/de-DE/concern/scam.