Englands Regierung fürchtet Exzesse

Englands Pubs öffnen wieder: Droht das Super-Besäufnis?

Ab heute sprudeln die Zapfhähne in den Pubs wieder. Kritiker halten die Öffnung für verfrüht.
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04. Juli 2020 - 14:30 Uhr

Droht in England das komplette Chaos?

Über drei Monate waren die Pubs in England dicht. Jetzt dürfen die Menschen in England endlich wieder in ihre geliebten Pubs. Droht jetzt das komplette Chaos oder werden die trinklustigen Engländer vernünftig bleiben? Die Polizei hat zumindest ihre Einsatzkräfte vorsichtshalber deutlich aufgestockt.

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"Lasst es uns nicht vermasseln"

Endlich ist es soweit und das monatelange Warten hat sein Ende: Ab sofort darf in England wieder frisch gezapftes Pint bestellt werden. Für viele Briten ein Grund zur Freude. Aber nicht alle sind über die Pub-Öffnungen begeistert: Polizei, etliche Politiker und Mediziner sind in Alarmbereitschaft. 

Unmittelbar vor der Wiedereröffnung der Pubs in England hatte die britische Regierung die Kneipengänger vor Exzessen gewarnt. "Man könnte hinter Gittern landen, wenn man das Gesetz bricht", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock laut "Daily Mail". Betrunkene Schläger würden eingesperrt, wenn sie am "Super-Samstag" randalieren würden. "Ich bin kein Spielverderber, aber das Virus kann immer noch töten. Ich will nicht, dass Bars und Kneipen wieder schließen müssen. Ich liebe es, in die Kneipe zu gehen und ein oder zwei Bier zu trinken." Er werde aber nicht davor zurückschrecken, Pubs und Restaurants wieder zu schließen, wenn das nötig sein würde.

Auch Premierminister Boris Johnson hatte seine Landsleute im Vorfeld bereits aufgefordert, sich an die Regeln zu halten, um eine zweite Corona-Welle zu vermeiden. Er betonte, dass "wir noch nicht über den Berg sind" und fügte hinzu: "Lasst es uns nicht vermasseln."

Erst kürzlich hat Großbritannien mit Schock-Bildern für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem Menschenmassen den Strand von Dorset überflutet hatten, musste die Gemeinde Bournemouth sogar den Notstand ausrufen.  

Keine Quarantäne mehr

Gleichzeitig lockert England seine wegen der Pandemie erlassenen Quarantäne-Vorschriften. Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich vom 10. Juli an bei ihrer Ankunft nicht mehr für 14 Tage isolieren. Damit können auch Engländer zu Beginn der Sommerferienzeit in andere Länder reisen und müssen bei ihrer Rückkehr nicht in Selbstisolation.

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Kritiker halten die Lockerungs-Maßnahmen für verfrüht

Neben Pubs dürfen ab Samstag auch Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen wieder öffnen. Großbritannien ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa. Laut Johns-Hopkins-Universität sind in Großbritannien knapp 286.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 44.200 Infizierte starben. Kritiker halten die umfangreichen Lockerungen der Maßnahmen in England für verfrüht.

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