29. März 2019 - 15:05 Uhr

Die Thüringer Städte und Gemeinden können in diesem Jahr mit ähnlich hohen Gewinnausschüttungen des Energieversorgers TEAG rechnen wie im Vorjahr. Vom Jahresüberschusses von knapp 71 Millionen Euro will die Thüringer Energie AG 50,2 Millionen Euro an die Kommunen als Mehrheitsaktionäre des Unternehmens ausschütten, wie Vorstandssprecher Stefan Reindl bei der Vorstellung der Geschäftsbilanz am Freitag in Erfurt sagte. Rund 84 Prozent der Anteile an Thüringens größtem Energieversorger werden von gut 700 Thüringer Kommunen gehalten, die sie 2013 übernommen hatten.

Thüringens größter Energieversorger sei auf dem vom Umbruch geprägten Markt "wahnsinnig stabil unterwegs", sagte Reindl. "Das macht uns glücklich und sorgt für guten Schlaf unserer Bürgermeister." Die an der TEAG beteiligten Kommunen refinanzieren mit ihrem Gewinnanteil den Kaufpreis für ihre Anteile. Der Vorstand werde der Aktionärshauptversammlung, die voraussichtlich im Juni tagt, wie im Vorjahr eine Dividende von 20 Euro pro Aktie vorschlagen. Der 2018 erzielte Umsatz liegt mit gut 1,7 Milliarden Euro etwa 26 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Angesichts des geplanten Kohleausstiegs sieht Reindl das Unternehmen vor großen Herausforderungen. "Wir geben noch mehr Gas bei erneuerbaren Energien und Speichertechnologien", sagte er. Die Auswirkungen des Ausstiegs auf die Strompreise hält die TEAG für moderat, viel entscheidender dafür sei die Entwicklung der Brennstoffkosten. Reindl betonte: "Wir glauben als TEAG, dass Panik nicht angebracht ist." Der letzte verbliebene Kohleschornstein Thüringens im Heizkraftwerk Jena wird bald abgerissen. Damit wird der Ausstieg aus der Kohle in Bundesland besiegelt.

Um eine mögliche Lücke zwischen der kompletten Abschaltung der Kohlekraftwerke und dem Umstieg auf erneuerbare Energien zu schließen, gibt es Reindl zufolge Überlegungen, mittelfristig ein Gasturbinenkraftwerk in Thüringen zu bauen. Dies könne bei Bedarf in Spitzenlastzeiten zugeschaltet werden. Die Kohlekommission hatte sich Anfang des Jahres auf den schrittweisen Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 geeinigt.

Die TEAG investierte im vergangenen Jahr 99 Millionen Euro. Das Geld floss unter anderem in neue Umspannwerke in Remptendorf und Großschwabhausen, aber auch in die Internetinfrastruktur. Regionale Unternehmen profitieren laut TEAG von etwa zwei Dritteln der Aufträge. Die Unternehmensgruppe ist gemeinsam mit den Thüringer Stadtwerken zudem mit dem Ausbau des Netzes an Ladestationen für Elektrofahrzeuge beschäftigt. Bis Ende 2020 seien landesweit rund 220 solcher Stromtankstellen in Betrieb gegangen, 400 sollen es bis 2020 werden.

Quelle: DPA