Leuchttürme der Energiewende

Schlau sparen: Wie wir mit Energieeffizienz Strom ohne Ende sparen

So sollen die erneuerbaren Energien ausgebaut werden Habeck legt großes Energiepaket vor
01:42 min
Habeck legt großes Energiepaket vor
So sollen die erneuerbaren Energien ausgebaut werden

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von Oliver Scheel

Ohne Energie gehen bei uns die Lichter aus – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber so wie wir unsere Energie weitestgehend erzeugen und nutzen, ist das alles andere als nachhaltig. In nur gut 200 Jahren haben wir Menschen das Klima so verändert, dass es uns mehr und mehr zu schaden droht. Die fortschreitende Erderwärmung ist die größte Gefahr für das Überleben der Menschheit und Millionen weiterer Arten. Also müssen wir sie stoppen. Das geht, indem wir auf das Verfeuern fossiler Brennstoffe verzichten. Wir müssen raus aus Öl, Kohle und Gas. Das kann uns mit der Energiewende gelingen. Was aber sind die Kernpunkte dieser Energiewende, welche tragenden Säulen spielen dabei eine Rolle? Dies wollen wir hier in einer Serie beleuchten.

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Teil 2: Wie wir mit Energie-Effizienz die Energiewende packen können

Energieeffizienz – das klingt nach schwerer Kost. Ist es aber eigentlich gar nicht – und kann enorm viel bringen. Und zwar für die Ressourcen, für die Umwelt und für Ihr Portemonnaie! Kurz gesagt ist die beste Energie die, die wir gar nicht verbrauchen.

Im Allgemeinen beschreibt die Energieeffizienz das Verhältnis des Energieeinsatzes zum Nutzen. Je weniger Energie wir benötigen, umso besser. Unser heutiger Energieverbrauch muss bestenfalls auf die Hälfte reduziert werden. Das ist eine große Aufgabe. Aber je effizienter wir die Energien, also Strom, Wärme und Kraftstoffe nutzen, desto besser gelingt die Energiewende.

Klimafreundlich heizen und sparen: wie geht das?

Das größte Pfund ist die Fassadendämmung

Energetische Sanierung von Wohnhäusern, älteres Mehrfamilienhaus ist eingerüstet, bekommt eine Wärmedämmung und neue Fenster, Deutschland
Energetische Sanierung - ein Pfund bei der Einsparung von Energie
picture alliance / Jochen Tack, Jochen Tack

Ein enormes Potenzial liegt in der Dämmung unserer Häuser. Wie die Verbraucherzentrale vorrechnet, kann eine Dämmung den Wärmeverlust deutlich verringern. In unsanierten Häusern, die älter als 40 Jahre sind, geht rund ein Drittel der Heizwärme einfach verloren.

Neben der Fassadendämmung ist eine Dachdämmung eine effektive Maßnahme. Ein schlecht saniertes Dach ist für ungefähr 20 Prozent des Wärmeverlustes verantwortlich. Da warme Luft nach oben steigt, ist eine Dachdämmung ein absolut wichtiger Faktor.

Lese-Tipp: Wie kann ich im Haushalt Energie sparen?

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Auch der Haushalt hat großes Spar-Potenzial

Ein Mann bedient eine Luftwärmepumpe, die im Keller eines Wohnhauses steht.
Mit einer Wärmepumpe kann bares Geld gespart werden und die Heizung kommt ohne fossile Brennstoffe aus.
sis axs wst ols, dpa, Silas Stein

Aber nicht nur im Haus kann ich sparen, sondern vor allem auch im Haushalt. Bei der Anschaffung neuer Elektrogeräte ist eine Riesen-Ersparnis drin. Vor allem Trockner, Waschmaschinen und Kühlschränke sind wahre Goldgruben. Die Energieeffizienzklassen werden auf einer Skala von A bis G geführt.

Klasse A steht für sehr niedrigen Strombedarf, G hat einen sehr hohen Bedarf. Ein Kühlschrank der Klasse A verbraucht weniger als 55 Prozent des Referenzwerts, eines der schlechtesten Klasse G benötigt dagegen 150 Prozent mehr Energie. Das ist ein Riesen-Faktor und sollte bei jedem Kauf beachtet werden. Die Geräte mit hoher Energieeffizienzklasse müssen nicht unbedingt wesentlich teurer sein.

Auch im Keller liegt ein großes Sparpotenzial – bei der Heizung. Dazu klicken Sie am besten auf den Link. Da erfahren Sie auch, welche Heizungen gefördert werden.

Neue Heizung: Welche Heizung lohnt sich?

Und der Verkehr? Beim Auto sind wir hintendran

Stau auf der Autobahn
Staus gehören zum deutschen Straßenbild - und fast alle Auto sind Verbrenner.
www.imago-images.de, imago images/Die Videomanufaktur, Martin Dziadek via www.imago-images.de

Ein wichtiger Punkt bei der Energiewende ist natürlich der Verkehr. Und das ist auch der Teil, der bisher nicht wirklich in die Spur kommt. Immer mehr Lkw brettern über unsere Straßen, Privatleute kaufen Spritfresser wie die großen SUVs. Hier hat sich eine riesige Baustelle aufgetan. Wie das Umweltbundesamt vorrechnet, entfielen 2020 98,2 Prozent des Verbrauchs auf Kraftstoffe und nur 1,8 Prozent auf Strom. Selbst im Schienenverkehr betrug der Anteil von Diesel im Jahr 2020 noch viel zu hohe 24,4 Prozent.

Seit 1995 hat der Verbrauch im Verkehrssektor von Diesel so krass zugenommen, dass er 2020 etwa 24 Prozent höher war als damals. Hier muss die Elektrifizierung der deutschen Autoflotte vorankommen. Der Verkehrssektor ist das Sorgenkind bei der Energiewende – und die Konzepte fehlen tatsächlich. Immer noch ist Deutschland komplett auf das Auto gepolt. Radschnellwege kommen nicht voran, Pendlerpauschalen werden erhöht, öffentlicher Nahverkehr wird kaum ausgebaut.

Der Verkehr ist eindeutig der Sektor mit dem geringsten Anteil an Erneuerbaren Energien. Und auf Biokraftstoffe sollten wir vielleicht auch nicht setzen vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges und des möglichen Wegfalls von riesigen Mengen an Getreide.

Wer etwas tun will, sollte Fahrrad fahren und vielleicht mit dem Zug verreisen. Aber hier fehlen bisher Anreize von der Regierung. Deutschland ist weiter ein Autoland – zulasten der Energiewende.

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(osc)