Kritik kommt aus dem Kanzleramt

Endlich wieder in die Schule? Präsenzunterricht in Niedersachsen startet

Schule startet nach den Herbstferien
© dpa, Moritz Frankenberg, mof kno

11. Januar 2021 - 14:48 Uhr

Abschlussklassen in der Schule

Der erste Tag nach Schulferien ist für viele Schülerinnen und Schüler wohl immer besonders. Dieser erste Schultag am Montag (11.01.) ist für einige Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen aber noch einmal ganz anders, denn für sie heißt es: Zurück in die Schule, zurück zum Präsenzunterricht. Kritik am "niedersächsischen Weg" kommt derweil aus dem Kanzleramt.

Schule in Hannover: Kleine Gruppen und Notbetreuung

In der IGS List in Hannover ist der gesamte 10. Jahrgang, das sind die Abschlussklassen, im Haus. Darüber hinaus gibt es eine Notbetreuung für die 5. und 6. Jahrgänge und es sind Schülerinnen und Schüler in der Schule, die zuhause nicht lernen können, weil sie z.B. technisch nicht ausreichend ausgestattet sind oder auf sonderpädagogische Unterstützung angewiesen sind. "Wir müssen die Notbetreuungsgruppen möglichst klein machen und auf Abstände achten und es ist so, dass die bis 15 Personen maximal in einem Raum sein dürfen", erzählt Schulleiterin Petra Hoppe im RTL Nord-Interview. Bei den Planungen des neuen Szenarios habe man auf viele Erfahrungen des ersten Lockdowns zurückgreifen können.

Schülerinnen und Schüler wenig überzeugt

"Ich glaube schon, dass die Schüler in den meisten Teilen auch froh sind, dass sie wieder in der Schule sein können, weil es Struktur gibt und eine Regelmäßigkeit. Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass sie schimpfen, dass sie jetzt hier sitzen müssen, um zu arbeiten", meint Lehrerin Nicole Burron. Doch der Präsenzunterricht scheint nicht bei allen gut anzukommen. "Ich finde es doof, dass ich meine Großeltern nicht besuchen kann, da wir ja jetzt hier wieder Präsenzunterricht haben", sagt eine Schülerin. "Ich kann zuhause besser arbeiten als in der Schule, weil zuhause ist es ruhiger und ich kann schneller und besser meine Sachen bearbeiten", so ein anderer Schüler.

Kritik aus dem Kanzleramt

"Eindeutig gegen den Geist der Beschlüsse von Bund und Ländern", kritisiert Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister im Kanzleramt, die teilweise Schulöffnung in Niedersachsen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Die Schule sei ein normaler Infektionsort und es gebe keine Erkenntnisse, dass es in den Schulen besser sei als im Rest der Gesellschaft, so Hoppenstedt weiter. Das Vorgehen bewege sich selbstverständlich innerhalb des zwischen Bund und Ländern vereinbarten Rahmens, wird dagegen die Landesregierung zitiert. Eine gegen den Präsenzunterricht gerichtete Online-Petition hatte am Montagmittag bereits mehr als 2.700 Unterzeichner.