Endlich Gewissheit: Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil darf in Deutschland bleiben

29. September 2017 - 19:59 Uhr

Reems Tränen rührten die Menschen in Deutschland

Vor gut zwei Jahren war die Zukunft für Reem Sahwil alles andere als sicher. Als die Schülerin Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Bürgerdialog traf und von ihrem Schicksal berichtete, brach sie in Tränen aus. Die Bilder der Begegnung machten das palästinensische Flüchtlingsmädchen deutschlandweit bekannt. Nun sieht die Welt für die heute 17-Jährige schon ganz anders aus. Reem hat endlich Gewissheit: Sie darf mit ihrer Familie in Deutschland bleiben.

Reem hat eine Niederlassungserlaubnis bekommen

Die Stadtverwaltung Rostock teilte mit, dass Reem, die in einem Flüchtlingslager im Libanon geboren wurde, eine Niederlassungserlaubnis erhalten habe. Das ist sozusagen eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Damit muss die Familie der 17-Jährigen keine Abschiebung mehr fürchten.

Um eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen, muss man über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und nachweisen, dass man den Lebensunterhalt für sich und seine Familie eigenständig verdienen kann. Außerdem darf man nicht vorbestraft sein. In der Regel kann man eine Niederlassungserlaubnis nur bekommen, wenn man mindestens fünf Jahre lang eine Aufenthaltsgenehmigung hatte. Bei gut qualifizierten Zuwanderern wird die Erlaubnis aber oft auch schon schneller erteilt.

Rostock ist jetzt Reems Zuhause

Reem spricht fließend Deutsch und würde auch gerne hier studieren, wie sie der Kanzlerin 2015 erzählte. Inzwischen veröffentlichte der Teenager sogar ein Buch über ihre Lebensgeschichte 'Ich habe einen Traum – Als Flüchtlingskind in Deutschland'. "Wir leben alle zufrieden in Rostock. Wir haben hier nicht nur unser Zuhause, vor allem auch zu uns gefunden", schreibt das Mädchen in der Autobiografie.

Dieses neue Zuhause muss Reem nun nicht mehr aufgeben. Bis zuletzt hatte die Familie gebangt. Im Oktober 2017 wäre die befristete Aufenthaltserlaubnis ausgelaufen. Doch die Behörden haben entschieden, dass die Familie Sahwil bleiben darf. Reems Mutter kann also weiter als Sozialarbeiterin arbeiten und Reem kann weiter zur Schule gehen, ihre Freunde sehen und ein normales Teenager-Leben führen.